Fake News? Achtung, Fakten!

Verschwörungstheorien sind kein neues Phänomen aber sie haben Hochkonjunktur. Durch soziale Netze befeuert, breiten sich Ideen aus, egal wie widersprüchlich und unglaubwürdig sie sind: Sogenannte Reichsbürger behaupten, die Bundesrepublik Deutschland existiere gar nicht. US-​Präsident Trump torpediert Medien und Gesellschaft mit Fake News. Die Brexit-​Befürworter haben Ihre Anti-​Europa-​Kampagne ganz bewusst mit falschen Fakten geführt.

Im Bayern 2-​Thementag dreht sich heute alles um das Thema Ver­schwö­rungen. Wie funk­tio­nieren Ver­schwö­rungen, wer pro­fi­tiert davon, wie kann man sie am besten ent­larven?

Fake World – »Lügen haben lange Beine«
Manu­skript zur BR2-​Sendung Jazz & Politik vom 4.3.2017

Wer­te­zer­fall – Zur Glaub­wür­dig­keit von Politik und Medien in »post­fak­ti­schen« Zeiten
Pod­cast der Reihe SWR2 Wissen Aula vom 26.2.2017

Trans­me­diales Pro­jekt »Die Welt­herr­schaft«
Ver­schwö­rungs­theo­rien nach­voll­ziehen und selbst zusam­men­stellen

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Landeanflug

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Trash-​Typo

Auf Ham­burgs Straßen buhlen an die 10.000 Müll­eimer mit roter Farbe und fre­chen Sprü­chen um Auf­merk­sam­keit. Mehr braucht’s nicht. Nur bei der Typo­grafie wurde gepfuscht. Finde den Fehler.

 

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Was bewegt Euch beim Schriftkauf?

Font Purchasing Habits Survey 2017 ist eine Umfrage der Foundry Spezialistin Mary Catherine Pflug. Sie möchte herausfinden, was Schriftkäufern bei der Kaufentscheidung wichtig ist. Neben den »harten« Fakten zielen ihre Fragen auf Gefühle bei der Bewertung von Schriften ab, Spezial-​Einführungsangebote oder die persönliche Schriftleidenschaft. Die Umfrage nimmt etwa 15 Minuten Zeit in Anspruch. Als Belohnung winken obige 9 Free-​Fonts!

Die erste Umfrage ent­stand als Thesis wäh­rend ihres Stu­diums und wurde letztes Jahr ver­öf­fent­licht. Mehr dazu könnt ihr auf Medium lesen.

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Spiel, Spaß und Freude mit LiebeGerda

Es gibt Schriften wie Sand am Meer. Aber einige verdienen besondere Aufmerksamkeit. LiebeGerda zum Beispiel. Diese reizende Schrift mit vier Schnitten imitiert eine flüssig geschriebene Handschrift auf perfekte Weise. Dank raffinierter OpenType-​Funktionen lassen sich abwechslungsreiche Textfiguren zaubern. Das macht wirklich Spaß! Mehr dazu in meinem Tutorial bei Font​Shop​.com.

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Frühlingsverheißung

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Tuna – eine charakterstarke Antiqua für Screen und Print

Wenn zwei Schriftgestalter mit unterschiedlichen Gestaltungsansätzen an einer Schrift arbeiten, kann man gespannt sein. Felix Braden und Alex Rütten haben das Experiment gewagt und die erfrischende Antiqua Tuna geschaffen, die im Print und auf Bildschirmen gleichermaßen gut lesbar ist. Ich hatte vor der Veröffentlichung Gelegenheit, die Schrift zu testen und Felix und Alex ein paar Fragen zu stellen.

Erster Eindruck

Als ich die Schrift­mus­ter­bei­spiele der Tuna das erste mal sah, gefiel mir sofort das infor­melle, kal­li­gra­phisch anmu­tende Schrift­bild. Meine Augen konnten kaum vom breiten, herr­lich agilen kleinen e lassen oder dem schnit­tigen s wider­stehen. Und dann die flüs­sige Kur­sive! Nun wirkt eine Schrift in großer Dar­stel­lung natur­gemäß anders als im Men­gen­text. Auf­fäl­lige Solisten treten zurück, mar­kante Details ver­schwinden im orches­tralen Klang. In meinen eigenen Schriftsatz-​Mustern (6 bis 12 Punkt) wirkt der Grau­wert der Tuna fle­ckenlos und gleich­mäßig. Trotzdem ist das Schrift­bild lebendig, die Zei­len­bil­dung fan­tas­tisch und der Text her­vor­ra­gend lesbar.

Konzept

Der Tuna liegt die Annahme zugrunde, dass hori­zontal betonte Buch­sta­ben­teile die Les­bar­keit einer Schrift positiv beein­flussen. Felix und Alex war die gute Les­bar­keit von Seri­fen­losen wie ›Antique Olive‹ (Roger Excoffon), ›Balance‹, ›FF Legato‹ (beide Evert Blo­emsma) oder ›Signo‹ (Rui Abreu) auf­ge­fallen, die die waa­ge­rechten Ele­mente betonen. Als Felix einen Vor­trag von Alex zum Thema Bild­schirm­op­ti­mie­rung hörte, ent­stand die Idee, beide Kon­zepte zu kom­bi­nieren und eine cross­me­diale Text­schrift zu ent­wi­ckeln. Das Ziel war eine Schrift, die in Fließ­text­größen auf dem Bild­schirm genauso gut funk­tio­niert wie auf dem Papier.

Schreibtechnik und Darstellung auf der Bildschirmmatrix

Das Beson­dere an der Tuna ist die stark geneigte Schrift­achse mit einem Winkel von 40°. Durch das auf der Band­zug­feder basie­rende Kon­struk­ti­ons­prinzip ergeben sich ähn­liche Stärken bei den hori­zon­talen und ver­ti­kalen Stri­chen und eine Beto­nung der Waa­ge­rechten im Schrift­bild. Die fast gleich schweren hori­zon­talen und ver­ti­kalen Ele­mente sind ideal für die Dar­stel­lung auf einer Bild­schirm­ma­trix, da die Buch­sta­ben­formen beim Hin­ting im Nach­hinein nur gering­fügig ange­passt werden müssen. Die Schrift ist in allen Schrift­graden auf dem Bild­schirm erstaun­lich kon­sis­tent. Der Ver­gleich zu Georgia und Times ist beein­dru­ckend.

Optimierung für den Bildschirm

Die Tuna ist so robust und offen gezeichnet, damit sie in allen Umge­bungen her­vor­ra­gend lesbar ist – auf Papier genauso wie auf dem Monitor, dem Tablet, Smart­phone oder E-​Reader. Die sta­bilen Buch­sta­ben­formen und kräf­tigen Serifen halten auch wid­rigen Druck­be­din­gungen stand und gehen bei starker Hin­ter­grund­be­leuch­tung (Hell-​Dunkel-​Kontrast) auf dem Bild­schirm nicht ver­loren. Selbst in kleinen Schrift­graden funk­tio­niert die Schrift gut, denn die Punzen sind groß und offen gehalten und die groß­zü­gige x-​Höhe und breiten Buch­staben ver­hin­dern ein opti­sches Zulaufen der Weiß­räume.

Klar dif­fe­ren­zierte Buch­sta­ben­formen tragen dazu bei, dass Wort­bilder ein­deutig erkannt und gelesen werden können. Die runden Buch­staben der Tuna sind superel­lip­tisch ange­legt – die Kreis­bögen sind so weit wie mög­lich an die Recht­eck­form ange­nä­hert  und passen somit gut auf das Pixel­raster. Durch das per­fekt aus­ba­lan­cierte Ver­hältnis von Schwarz­an­teilen (Buch­staben) und Weiß­raum, sowie den geringen Strich­stär­ken­kon­trast wirkt der Grau­wert gleich­mäßig und har­mo­nisch.

Die Winkel besitzen ein Ver­hältnis von ganzen Zahlen und eignen sich gut für eine sau­beres Ren­de­ring von dia­go­nalen Buch­sta­ben­ele­menten (z.B. Serifen).

Mit­hilfe des manuell opti­mierten TrueType-​Hintings wurde die Dar­stel­lungs­qua­lität in kleinen und mitt­leren Text­größen (9–14 pt) per­fek­tio­niert. Tuna basiert auf einem Kon­struk­ti­ons­prinzip, durch das bei kleinen Schrift­graden nur wenige Ver­än­de­rungen an Buch­sta­ben­formen erfor­der­lich sind. So bleibt der Cha­rakter der Schrift in jeder Größe erhalten. Das Hin­ting opti­mierte Jan Gerner (Yanone) spe­ziell für Clear­type und Direct­Write.

Ausbau der Tuna

Die Schrift­fa­milie umfasst fünf Gewichte mit jewei­ligen Kur­siven: Light, Regular, Medium, Bold und Extra­bold. Aus den Mas­tern Light und Extra Bold wurden die drei Zwi­schen­stufen mit­hilfe von Luc(as) de Groots Inter­po­la­ti­ons­theorie gene­riert und anschlie­ßend fein abge­stimmt. Für eine kna­ckige Überschrift-​Text-​Mischung eignen sich beson­ders Tuna Bold  /​ Tuna Regular, Tuna Medium /​ Tuna Light und Tuna Extra Bold /​ Tuna Medium.

Kursive

Die Kur­sive ist wun­derbar kal­li­gra­phisch anmu­tend. Man spürt förm­lich die zugrunde lie­gende schwung­volle Schreib­be­we­gung der Hand. So zum Bei­spiel bei den tiefen Ein­ker­bungen des a, n, m, h, u, p, q, b, d, k und r, der Schlaufe des k und bei den gebo­genen Stri­chenden des v, w, und y. Zudem unter­stützen die wei­chen, abge­run­deten Serifen den flie­ßenden Duktus. Durch den kon­trast­rei­cheren Cha­rakter und die schma­lere Zeich­nung bieten die kur­siven Schnitte eine gute Dif­fe­ren­zie­rung zur auf­rechten Tuna inner­halb eines Absatzes. In großen Schrift­graden treten kal­li­gra­phi­sche Details deut­lich hervor und ver­leihen Wör­tern und Texten eine eigen­stän­dige funky Note.

Zeichensatz

Im Zei­chen­koffer sind rund 720 Gly­phen ent­halten, dar­unter Kapi­täl­chen und fünf Zif­fern­gar­ni­turen: Ver­sal­zif­fern und Mediä­val­zif­fern in pro­por­tio­naler und gleich breiter Aus­füh­rung (z.B. für Tabellen), pas­sende Zif­fern zu den Kapi­täl­chen, sowie Zif­fern für die wis­sen­schaft­liche Hoch- und Tief­stel­lung. Dazu gesellen sich die geläu­figsten Bruch­zif­fern und die Ordi­nal­zei­chen ª und º. Alle diese Gly­phen sind über OpenType-​Funktionalität im Lay­out­pro­gramm wählbar. Sofern der Browser OpenType-​Funktionalitäten unter­stützt, können diese Fea­tures auch per CSS im Internet ver­wendet werden.

Fazit

Den beiden Schrift­ge­stal­tern Felix Braden und Alex Rütten ist ein großer Wurf gelungen. Tuna ist eine exzel­lent les­bare Text­schrift und zugleich cha­rak­ter­starke Dis­play­schrift mit attrak­tiven Details. Sie ist ein wahrer All­rounder für den cross­me­dialen Ein­satz und eignet sich für Editorial-​Design und Buch­satz, aber genauso gut für lange Text­stre­cken auf Bild­schirm­me­dien aller Art.

 

 

Interview mit Felix Braden und Alex Rütten

Wie entstand die Tuna?

Felix: Ich bin ein großer Fan von kopf­las­tigen Schriften wie z.B. der ›Antique Olive‹ von Roger Excoffon und über­zeugt davon, dass die Beto­nung der Hori­zon­talen die Les­bar­keit för­dert. Alex hat vor ein paar Jahren in Köln beim Typost­amm­tisch einen Vor­trag zum Thema Bild­schirm­op­ti­mie­rung gehalten wäh­rend er an einer Schrift arbei­tete. Dabei kam mir die Idee die beiden Kon­zepte zu ver­binden und eine Lese­schrift für cross­me­diale Zwecke zu ent­wi­ckeln.

Alex: Vor ein paar Jahren dachte man in erster Linie an Hin­ting, wenn man von Bild­schirm­op­ti­mie­rung sprach. Die Idee, dass die Buch­sta­ben­formen selber einen großen Ein­fluss auf das Ren­de­ring und die Les­bar­keit am Bild­schirm haben, war nicht sehr ver­brei­tetet. Das Thema wurde erst inter­es­sant, als die Unter­stüt­zung für Web­fonts kam. Der Ansatz, Schriften spe­ziell in Hin­blick auf diese Anfor­de­rung zu gestalten, ist eher selten.

Es ist ungewöhnlich, dass zwei Typedesigner gemeinsam eine Schrift entwickeln. Wie seid ihr vorgegangen? Gab es auch mal Meinungsverschiedenheiten?

Felix: Aus der ersten Idee hatte ich einen Ansatz zur Schrift­ge­stal­tung ent­wi­ckelt, der sehr tech­nisch war. Ich hatte die Schrift am Rechner gezeichnet und aus­schließ­lich mit Win­keln gear­beitet, die ideal für die Bild­schirm­dar­stel­lung sind. Die Erfah­rungen die ich Jahre vorher mit Pixel­schriften und daraus abge­lei­teten Vektor-​Fonts gemacht hatte, waren dabei sehr hilf­reich. Das Ergebnis in kleinen Schrift­graden war total über­zeu­gend und am Bild­schirm extrem gut lesbar. Leider wirkte es in bes­serer Auf­lö­sung sehr kühl, fast see­lenlos. Ich habe die Schrift dann mit der Hand geschrieben und neu digi­ta­li­siert aber es half nichts: Ich hatte mich in eine Sack­gasse manö­vriert. Als ich Alex dann um Hilfe bat und er mir nach kurzer Zeit ein Rede­sign vor­legte, war ich total glück­lich.

Alex: Als mir Felix die Schrift zum ersten Mal gezeigt hat, sah sie tat­säch­lich noch gene­risch aus. Das Design hatte aber auch etwas. So dass ich gedacht habe, hier könnte sich ein zweiter Anlauf lohnen.

Mei­nungs­ver­schie­den­heiten gab es tat­säch­lich nur wenige. Ich denke, dass es damit zu tun hat, dass wir viele Punkte ähn­lich gesehen und emp­funden haben. Des­halb konnten wir oft die Kritik vom anderen nach­voll­ziehen. Ansonsten hat geholfen, dass keiner sich an Klei­nig­keiten fest­ge­klam­mert hat.

Welchen Stellenwert hat das Schreiben bzw. Zeichnen der Buchstaben im Entwurfsprozess?

Felix: Ich zeichne zwar regel­mäßig in ein Skiz­zen­buch, weil es die schnellste und ein­fachste Mög­lich­keit ist, eine Idee fest­zu­halten und kurz zu testen. Aber der Rechner hat für mich einen wesent­lich höheren Stel­len­wert im Ent­wurfs­pro­zess. Meine jüngsten Schriften ›Capri‹ und ›FF Scuba‹ sind auch eher kon­stru­ierte, tech­ni­sche Schriften und besitzen kaum orga­ni­sche, vom Schreiben abge­lei­tete Formen.

Alex: Kon­stru­ierte Schriften haben bei mir bis jetzt nicht sehr viel Inter­esse oder Begeis­te­rung geweckt – das ändert sich viel­leicht noch. Aber ich stehe viel mehr auf Formen, die sich aus dem Schreiben her­leiten. Trotzdem ver­falle ich oft genug der Bequem­lich­keit des Arbei­tens am Rechner. Wenn ich auf Papier skiz­ziere, merke ich aber wie intuitiv und schnell das ist. Hier kann man im Design-​Prozess wirk­lich viel Zeit sparen, zu unge­wöhn­li­chen Buch­sta­ben­formen kommen und ein­fach Spaß haben.

Wie schmal ist der Grad zwischen bestmöglicher Lesbarkeit und formaler Eigenständigkeit der Schrift?

Alex: Tat­säch­lich macht für mich vor allem diese Akro­batik den Reiz vieler Schriften und des Schrift­ge­stal­tens aus. Es gibt etwas zu ent­de­cken, wenn ich näher ran gehe. Wenn da nichts eigenes ist, wird es fad. Funk­tio­na­lität allein hat nicht den selben Reiz.

Felix: Headline-​Schriften dürfen durchaus einen deut­li­chen Cha­rakter haben und Fließtext-​Schriften sollten in erster Linie funk­tional sein, also ange­nehm zu lesen. Da wir mit Tuna einen All­rounder schaffen wollten, mussten wir einen Weg finden, beide Ansprüche zu ver­einen. Wir haben mit dezenten kal­li­gra­fi­schen Details und Form­kon­trasten gear­beitet, die der Schrift in großen Schrift­graden einen deut­li­chen Cha­rakter geben aber in Fließ­text­größen unsichtbar bleiben.

Tuna ist besonders für das Lesen am Bildschirm geeignet. Warum ist sie eine gute Alternative zur Georgia und anderen Screenoptimierten Schriften?

Felix: Das Beson­dere an Tuna ist die stark geneigte Schrift­achse. Dadurch sind die waa­ge­rechten und die senk­rechten Ele­mente fast gleich schwer, was für die Abbil­dung auf einer Bild­schirm­ma­trix ein großer Vor­teil ist. Das Groß­ar­tige ist, dass diese Art der »Bild­schirm­op­ti­mie­rung« eine ganz natür­liche ist, die nicht im Nach­hinein gemacht werden musste son­dern auf dem Kon­struk­ti­ons­prinzip der Buch­staben basiert. Starke Ver­än­de­rungen der Buch­sta­ben­formen im Hinting-​Prozess waren daher nicht nötig – dadurch ist die Schrift in allen Schrift­graden extrem kon­sis­tent. Ver­gleicht man eine hoch­auf­lö­sende Dar­stel­lung von Tuna mit ihrer 10px-​Version ist die Ähn­lich­keit wesent­lich größer, als das bei Times und Georgia der Fall ist.

Georgia ist trotzdem eine groß­ar­tige Bild­schirm­schrift und in 10 oder 12 Pixel kaum zu ver­bes­sern! Aller­dings wurde sie vor zwanzig Jahren ent­worfen und für den Bild­schirm opti­miert. Durch die höheren Bild­schirm­auf­lö­sungen heut­zu­tage ist die reale Größe einer Schrift am Bild­schirm wesent­lich kleiner als damals und die kleinen Schrift­grade werden kaum mehr ver­wendet.

Alex: Die gute Georgia würde ich hier zum Ver­gleich nicht bemühen. Da ori­en­tiere ich mich lieber an zeit­ge­mäßen Schriften. Da gibt es mitt­ler­weile auch an Serifen-​Schriften vieles, was mich begeis­tert. Aber eben auch noch keine Schrift, die wie die Tuna ist!

Ich muss sagen, dass ich mit Regeln für die Qua­lität der Bild­schirm­dar­stel­lung mitt­ler­weile so meine Pro­bleme habe. Ich ent­decke immer wieder Bei­spiele von Schriften, deren Merk­male nicht die Kri­te­rien für eine guten Bild­schirm­dar­stel­lung haben; aber trotzdem funk­tio­nieren sie sehr gut. Da ist noch ein Faktor X am Werk oder die Aus­wir­kung der ein­zelnen Merk­male ist sehr unter­schied­lich stark. Ich habe den Ein­druck, dass zum Bei­spiel die Ein­deu­tig­keit und Erkenn­bar­keit der Buch­sta­ben­formen einen starken Ein­fluss hat.

Wie habt ihr die Schrift auf Praxistauglichkeit getestet?

Alex: Pra­xis­tests sind für mich das A und O und auch die ein­zige Mög­lich­keit, im Design-​Prozess eine solide Basis für Ent­schei­dungen zu haben. Ansonsten bin ich mir unsi­cher, was die genaue Aus­ge­stal­tung der Buch­sta­ben­form und die Zurich­tung angeht. Auch das Poten­tial einer Schrift zeigt sich hier sehr schnell. Des­halb fange ich mitt­ler­weile mög­lichst früh damit an, die Ent­würfe in allen mög­li­chen Arten von Anwen­dungen zu testen.

Felix: Ich schaue mir grund­sätz­lich schon die ersten Buch­staben, die ich gestalte, im Schrift­bild und auf unter­schied­li­chen Größen an. In der Anfangs­phase haben wir uns auf Test am Bild­schirm und im Aus­druck kon­zen­triert. Tobias Frere-​Jones hat auf der Typo Berlin im letzten Jahr gesagt, dass Schriften, die unter schlechten Druck- und Lese-​Bedingungen und in kleinen Größen funk­tio­nieren, auch am Bild­schirm eine gute Figur machen. Diese Erfah­rung kann ich bestä­tigen. Bei den spä­teren Tests, die wir am Tablet oder mit dem Smart­phone gemacht haben, mussten wir eigent­lich kaum mehr etwas ver­än­dern. Nur die Satz­zei­chen und die Hoch­zahlen haben wir recht spät noch einmal über­ar­beitet.

Vielen Dank, Felix und Alex und viel Erfolg für Eure Tuna!

 

Felix Braden stu­dierte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign an der Fach­hoch­schule für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in Trier und lebt seit 2003 als freier Schrif­ten­ent­werfer in Köln. 2000 grün­dete er die Freefont-​Foundry Flood­fonts. Seine kom­mer­zi­ellen Schriften ver­treibt er über FSI Font­shop Inter­na­tional (FF Scuba), Foun­tain (Capri, Sad­ness, Gri­moire), URW++ (Super­nor­male) und Vol­ca­no­type (Bikini).

Alex Rütten stu­dierte an der Fach­hoch­schule für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in Trier Typo­gra­phie. Er ist Typeface- und Interface-​Designer und Partner von Form­sport Design Studio, Berlin. Seine Schriften sind über Lino­type und FSI Font­shop Inter­na­tional erhält­lich. 2009 gewann er den TDC-​Award für seine erste Schrift »Ginkgo LT« und 2011 für »FF Suhmo«.

 

Wei­tere Infor­ma­tionen zur Tuna und den beiden Schrift­ge­stal­tern Felix Braden und Alex Rütten findet ihr auf der Tuna-​Microsite.

Tuna ist bei MyFonts für Desktop- und Web­nut­zung erhält­lich. Neben Ein­zel­schnitten ist auch die Kom­plett­fa­milie mit 10 Schnitten zu einem ver­güns­tigten Paket­preis ver­fügbar. Die Medium-​Schnitte sind kos­tenlos und frei für kom­mer­zi­elle Pro­jekte ver­wendbar.

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Servus Zweitausendsiebzehn!

Allen Lese­rinnen und Lesern wün­sche ich ein kraft­volles und gesundes neues Jahr.

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Fragen und Antworten zur Typografie im Netz

Typografie ist ein weites Feld. Egal ob Du Laie bist oder Dich professionell damit beschäftigst, es kommt der Punkt, am dem sich eine ganz spezifische Frage auftut. Ein paar Wissensquellen zu Grundlagen (Satz, Orthografie, Lesbarkeit) habe ich in einem älteren Beitrag empfohlen.

Zu spe­zi­fi­schen Fragen erhälst Du kom­pe­tente Ant­worten in ein­schlä­gigen Foren, bei­spiels­weise Typo​grafie​.info oder typedra­wers oder typo­phile. Da sich hier viele Typo-​Liebhaber enga­gieren, sind die Ant­worten in der Regel sehr hilf­reich. Wie in jedem Forum gilt das Gebot der Höf­lich­keit, zuerst die The­menthreads nach der eigenen Fra­ge­stel­lung zu durch­forsten, bevor Du einen Bei­trag erstellst.

Eine wei­tere nütz­liche Quelle ist das eng­lisch­spra­chige Portal Quora. Hier bietet der Typo­graf und Fach­autor Ste­phen Coles seine Exper­tise an. Der Schwer­punkt liegt auf Schrift. Also alles rund um Schrift­i­den­ti­fi­zie­rung, Schrift­emp­feh­lung, Schrift­for­mate und -lizenzen.

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