Hart aber Her(t)zlich

Letzten Herbst feierte das Genre der Zeitungsschriften mit der FF Hertz einen bemerkenswerten Zuwachs. Die Schriftfamilie leistet besonders im harten Brotgeschäft mit langen Texten gute Dienste. Dabei bietet sie die ein oder andere Überraschung und empfiehlt sich für viele unterschiedliche Anwendungen. Auf MyFonts.de erschien heute meine Font-Rezension.

FF-Hertz

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Montag ist »The Pyte Typefoundry« Tag

Der norwegische Designer Ellmer Stefan veröffentlicht auf thepytefoundry.net jeden Montag einen Display-Font. Das Projekt ist eine Hommage an die große Schriftvielfalt des 19. Jahrhunderts. Alle digitalen Schriftentwürfe basieren auf modularen Buchstabenelementen und können für jeweils 7 Tage kostenlos heruntergeladen werden.

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Ugly Business?

Antwerpen ist der weltweit wichtigste Diamantenhandelsplatz der Welt. Neben vier Diamantenbörsen sind hier etwa 1600 Diamantenfirmen angesiedelt. Als ich bei einem Stadtrundgang durch das Diamentenviertel lief, waren die Geschäfte wegen Sabbats geschlossen. Merkwürdig, die Fassaden und Beschriftungen scheinen im grassen Widerspruch zur Kostbarkeit des Rohstoffs Diamant zu stehen.

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Radeln unter Tage

radfahren unter antwerpen

Rad­fahren macht glück­lich, auch unter Tage in Ant­wer­pens Sint-Annatunnel.

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5 praktische Werkzeuge für die rasche Schriftidentifizierung

Im Gestalteralltag taucht immer mal wieder ein unbekannte Schrift auf, die für eine akute Adrenalinausschüttung sorgt. Die wäre doch was für ein CD oder ein Magazinlayout … Guter Rat bei der Identifizierung muss nicht teuer sein, denn es gibt nützliche Helfer für umsonst. Hier stelle ich kurz 5 dieser Werkzeuge vor.

1. WhatFont – schnelle Identifizierung von Webfonts

WhatFont
What­Font ist mein per­sön­li­ches Lieb­lings­tool bei der Iden­ti­fi­zie­rung von Web­fonts. Es ist als Book­marklet und Erwei­te­rung für Chrome und Safari ver­fügbar. Es wird per Klick akti­viert und blendet beim Hovern mit der Maus ein Fenster mit dem Schrift­namen ein. Durch einen wei­teren Klick offen­baren sich zusätz­liche Infor­ma­tionen: Schriftart, Schrift­schnitt, Schrift­größe, Zei­len­ab­stand, Schrift­farbe und eine kleine Vor­schau des Alpha­bets. Mit der Esc-Taste wird das Booklet wieder deak­ti­viert. Die Tref­fer­quote der dar­ge­stellten Schriften ist in der Regel recht hoch.

2. TypeSample – eigenes Schriftmuster direkt aus dem Browser

TypeSample
Type­S­ample ist auch ein Book­marklet, mit dem sich Schriften auf Web­sites iden­ti­fi­zieren lassen. Nach Akti­vie­rung wird in einem Layer ein Schrift­muster dar­ge­stellt. Schön, dass man dieses durch Tas­ta­tur­ein­gabe ver­än­dern und sich Alphabet, Zif­fern und Inter­punk­tionen anzeigen lassen kann. Als Schman­kerl lässt sich das eigene Schrift­muster als PNG abspei­chern.

3. FireBug – CSS-Styling und mehr

Das Firefox-Addon FireBug ist nicht nur für Frontend-Entwickler nütz­lich, son­dern bietet auch dem Schrift­su­chenden Infor­ma­tionen über die ver­wen­deten Fonts. In der Light-Version funk­tio­niert es auch in den anderen popu­lären Brow­sern.

4. WhatTheFont – Offline- und Online-Schrifterkennung

What­The­Font ist ein alter Hase in Sachen Schrift­i­denti­fi­zie­rung. Man lädt ein Foto oder Screen­shot über das Inter­face hoch und muss dann ein­zelne Buch­staben kor­rekt zuweisen. Anschlie­ßend erhält man das pas­sende Ergebnis oder eine Liste mit ähn­li­chen Schriften. Je besser und größer die Abbil­dungs­qua­lität des Schrift­mus­ters, desto höher die Tref­fer­wahr­schein­lich­keit. What­The­Font gibt es auch als eigen­stän­dige App fürs Smart­phone.

5. Acrobat – Schrifterkennung mithilfe eines PDFs

Ein kleiner Geheim­tipp ist die Ver­wen­dung von Acrobat. Wenn ein PDF als Schrift­probe vor­handen ist (z.B. als Bro­schüre oder Flyer im Download-Bereich einer Web­site ver­fügbar), stehen die Auf­klä­rungs­chancen gut: Unter dem Menü Datei / Eigen­schaften (Mac: ⌘ + D) bietet der Reiter »Schriften« eine feine Auf­lis­tung aller ein­ge­bet­teten Fonts.

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Frische Schriften aus Italien: Zenon, Brevier, Gramma

In der italienischen Typo-Szene sorgt das Kollektiv CAST für frischen Wind. Die 2013 gegründete »Cooperativa Anonima Servizi Tipografici« vertreibt eigene Schriften und bietet typografische Dienstleistungen. Ich habe Riccardo Olocco — einen der Gründer — zu seinen dort veröffentlichten Schriften Zenon, Brevier und Gramma befragt. Meine dreiteilige Fontschau erscheint ab heute bei MyFonts.de.

zenon

brevier

gramma

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Gülden Sylt

Sylt im Winter

Gefühlter Früh­ling auf Sylt, mitten im Winter.

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Neuland

Rudolf Koch war einer der bedeutendsten deutschen Schriftkünstler des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Er schuf als Mitarbeiter der Gebrüder Klingspor Gießerei Offenbach viele noch heute bekannte Schriften, darunter die Wilhelm-Klingspor-Schrift, Kabel und Neuland.

Die vor­lie­gende Schrift­probe aus den frühen 1950er Jahren zeigt die 1923 erschie­nene Ver­sal­schrift Neu­land. Sie ist wohl die bekann­teste Schrift mit expres­sio­nis­ti­schen Zügen und erin­nert stark an den Holz­schnitt — die Buch­sta­ben­formen wirken grob und unre­gel­mäßig. Tat­säch­lich hat Koch die Stempel, ohne vor­he­rige Zeich­nung, in einem Schrift­grad selbst geschnitten. Die anderen Grade der Blei­satz­schrift unter­scheiden sich in Details.*

Dem Expres­sio­nismus lag die Idee des unmit­tel­baren, sub­jek­tiven künst­le­ri­schen Aus­drucks zugrunde. Daher standen expres­sio­nis­ti­sche Schriften eigent­lich im krassen Gegen­satz zu mecha­nisch repro­du­zier­baren Satz­schriften für die indus­tri­elle Ver­viel­fäl­ti­gung. Mit­hilfe heu­tiger Tech­niken wäre die Neu­land mög­li­cher­weise mit einer Viel­zahl alter­na­tiver Zei­chen­formen für alle Buch­staben erschienen. Dank OpenType-Technik hätte man den expres­sio­nis­ti­schen Aus­druck durchaus gut simu­lieren können. In einem lesens­werten Artikel schreibt Flo­rian Hardwig über die formal ver­wandte Schrift Irr­licht, die sich der Mög­lich­keiten der OpenType-Technik auf raf­fi­nierte Weise bedient. Die digi­tale Neu­land ist erhält­lich bei MyFonts.com.

 

* Quelle: Irrlicht, Florian Hardwig, MyFonts.de

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Zweitausendsechszehn

Schon wieder ist ein Jahr vor­über, das neue erst ein paar Stunden jung. Ich wün­sche allen Lese­rinnen und Lesern viel Erfolg und Glück für 2016!

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