Manuelles Ausgleichen von Versalbegriffen

Hin und wieder ist das manuelle Feintuning eines versal gesetzten Wortes gefragt, beispielsweise bei einer plakativen Überschrift. Mit dem Trick von Cyrus Highsmith* gelingt der harmonische Ausgleich garantiert; nur ein wenig Zeit und Geduld ist erforderlich.

Bei einem per­fekt aus­ge­gli­che­nen Wort** wir­ken die Abstände zwi­schen den Buch­sta­ben optisch gleich groß. Dabei spielt der gleich­mäs­sige Rhyth­mus aller aus­ba­lan­cier­ten Weiß­räume eine ent­schei­dende Rolle. Der Trick ist, zunächst den Mindest-Abstand zwi­schen der kri­tischs­ten Buch­sta­ben­kom­bi­na­tion fest­zu­le­gen, wie bei­spiels­weise bei ›LA‹. Grund­sätz­lich soll­ten sich die Buch­sta­ben nicht berüh­ren, wenn es kein ästhe­tisch beab­sich­tig­tes Merk­mal ist. Dann legst Du den kleins­ten Zwi­schen­weiß­raum fest, wie beim ›VO‹ in die­sem Bei­spiel.

Nun zer­legst Du das Wort in kleine Grup­pen zu je drei Buch­sta­ben. Richte dann in jeder Gruppe den mitt­le­ren Buch­sta­ben optisch in der Mitte aus. Dabei ori­en­tierst Du Dich an dem eben fest­ge­leg­ten kleins­ten und größ­ten Abstand. Am Schluss setzt Du die Drei­er­grup­pen wie­der zu dem Wort zusam­men.

Je nach Buch­sta­ben­kom­bi­na­tio­nen und Schrift las­sen sich man­che Ver­sal­worte mit ver­hält­nis­mäs­sig wenig Zwi­schen­raum set­zen. Bei einem sper­ri­gen Wort, wie in die­sem Bei­spiel, geht das wegen der RA-Kombination nicht. Mit etwas mehr Luft in der gene­rel­len Zurich­tung fal­len kri­ti­sche Stel­len weni­ger auf.

* Sehr empfehlenswerte Lektüre: Inside Paragraphs: typographic fundamentals
** perfekt ist relativ: selbst Typografen streiten mitunter über ein richtig ausgeglichenes Wort.

 

2 Kommentare

  1. Stephan am 30.01.2014

    Zusätz­lich Augen knei­fen und den Kopf leicht bewe­gen, dann sieht man auch die schlech­ten Abstände. …funk­tio­niert auch bei ande­ren Sachen die ein Ver­häl­nis bedür­fen.

  2. Links vom Rhein, 31. Januar 2014 | Hendryk Schäfer am 31.01.2014

    […] Manu­el­les Aus­glei­chen von Ver­sal­be­grif­fen — Peter Glaab – Hamwa wie­der was gelernt. […]