Eleganter von B bis Z.

Marketing ist alles. Das weiß auch Apple – Meister im Verkaufen. Dem aktuellen Betriebssystem Yosemite haben die Produktverantwortlichen und Designer eine neue Schrift beschert: Helvetica. Bereits von iOS bekannt, ärgert die Schrift nun auch den einen oder anderen Benutzer auf Desktop- und Laptoprechnern.

Manche emp­finden die Aus­wahl einer Schrift als keine große Sache. Für uns ist sie ein zen­traler Bestand­teil der Ober­fläche. Im neuen OS X Yose­mite haben wir alle Schriften des Sys­tems über­ar­beitet. Sie sind jetzt besser lesbar und bieten dir ein ein­heit­li­cheres Mac Erlebnis. Dir wird die groß­ar­tige neue Schrift in App Fens­tern, Menü­leisten und dem gesamten System auf­fallen. Die Schrift sieht auf jedem Mac bril­lant aus, aber noch besser auf einem Mac mit Retina Dis­play. (Zitat aus der Yosemite-​Produktseite)

Aus Ästhe­tik­sicht ist die Schrift­wahl nach­voll­ziehbar: sie har­mo­niert in ihrer relativ neu­tralen Anmu­tung und mit ihren feinen Linien gut mit der redu­zierten For­men­sprache des gra­fi­schen Inter­faces. Tech­ni­sche Ele­ganz eben. Zudem for­ciert sie die Annä­he­rung des sta­ti­schen Sys­tems an die Erschei­nung des mobilen iOS.

Aus Sicht des Lesers ist die Hel­ve­tica weniger gut lesbar als ihre Vor­gän­gerin Lucida Grande. Diese ist eine huma­nis­ti­sche Sans Serif und wurde welche spe­ziell für die Dar­stel­lung auf Bild­schirmen gezeichnet und opti­miert. Gut, ihr fehlt ein kur­siver Schnitt, aber das habe ich bis­lang in der täg­li­chen Arbeit auf dem Mac nie ver­misst. Sie ist robust, besitzt offe­nere Buch­sta­ben­formen, ist luf­tiger und daher deut­lich lese­freund­li­cher. Man könnte jetzt denken, o.k. es sind ja nur ein paar Menüs und Begriffe, die in der Hel­ve­tica erscheinen. Tat­säch­lich sollte eine gra­fi­sche Benut­zer­ober­fläche aber immer dem Nutzen und Kom­fort des Anwen­ders dienen. Les­bar­keit ist nicht abhängig von der Anzahl der Wörter, son­dern fängt bereits bei ›A‹ an.