Schriftmuster der Pro Arte von Max Miedinger

Das waren Zeiten, als Schriftmuster noch aufwendig gestaltet und sogar gedruck wurden. Nun gut, Schriften werden natürlich noch immer attraktiv inszeniert und manchmal auch gedruckt. Aber selten ist der Schriftschöpfer zugleich Gestalter des Schriftmusters, wie in diesem Fall.

Der Helvetica-Vater Max Mie­din­ger schuf 1954 eine rein ver­sale Ita­li­enne für Wer­bung und Ver­kauf. Das mehr­far­bige Schriftmuster-Prospekt der Haas’schen Schrift­gie­ße­rei AG führt viele Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten vor Auge. Im Vor­wort heißt es: »Ob sie nun in schwar­zer oder bun­ter Farbe, für Zeit­schrif­ten, Geschäfts- und Ein­la­dungs­kar­ten, Pro­spekte, Buch­ti­tel, Brief­bo­gen, Pro­gramme, Spei­se­kar­ten und dgl. ver­wen­det wird: Über­all ergibt die Schrift reiz­volle Wort­bil­der und inter­es­sante Kon­traste mit der gleich­zei­tig gezeig­ten Text­schrift.«

Einen wirt­schaft­li­chen Erfolg war der Pro Arte aller­dings nicht ver­gönnt. Wahr­schein­lich kam sie zu spät, denn die große Zeit der seri­fen­be­ton­ten Anti­quas war in den 1930er Jah­ren (City, Beton, Mem­phis). Mög­li­cher­weise war Mie­din­gers Schrift typo­gra­fisch zu ein­ge­schränkt; die Schrift­probe zeigt neben den Groß­buch­sta­ben lei­dig­lich Zif­fern. Satz­zei­chen Fehl­an­zeige!

Hin­weis: Hoch­auf­lö­sende Fotos der Pro Arte und aller ande­ren bis­her vor­ge­stell­ten Schrift­mus­ter gibt es auf Flickr zu sehen.