Servus Zweitausendsiebzehn!

Allen Lese­rin­nen und Lesern wün­sche ich ein kraft­vol­les und gesun­des neues Jahr.

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Fragen und Antworten zur Typografie im Netz

Typografie ist ein weites Feld. Egal ob Du Laie bist oder Dich professionell damit beschäftigst, es kommt der Punkt, am dem sich eine ganz spezifische Frage auftut. Ein paar Wissensquellen zu Grundlagen (Satz, Orthografie, Lesbarkeit) habe ich in einem älteren Beitrag empfohlen.

Zu spe­zi­fi­schen Fra­gen erhälst Du kom­pe­tente Ant­wor­ten in ein­schlä­gi­gen Foren, bei­spiels­weise Typografie.info oder typedra­wers oder typo­phile. Da sich hier viele Typo-Liebhaber enga­gie­ren, sind die Ant­wor­ten in der Regel sehr hilf­reich. Wie in jedem Forum gilt das Gebot der Höf­lich­keit, zuerst die The­menthreads nach der eige­nen Fra­ge­stel­lung zu durch­fors­ten, bevor Du einen Bei­trag erstellst.

Eine wei­tere nütz­li­che Quelle ist das eng­lisch­spra­chige Por­tal Quora. Hier bie­tet der Typo­graf und Fach­au­tor Ste­phen Coles seine Exper­tise an. Der Schwer­punkt liegt auf Schrift. Also alles rund um Schrift­i­den­ti­fi­zie­rung, Schrift­emp­feh­lung, Schrift­for­mate und -lizen­zen.

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Ruhe.

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Pensum Pro – ein wahres Textmonster

Buchypografen aufgepasst: Mit der Pensum Pro bietet TypeMates ein vielseitiges Textmonster für lange Textstrecken an. Auf MyFonts.de stelle ich die Schriftfamilie vor und befragte deren Entwerfer Nils Thomson über ihre Entstehungsgeschichte und besonderen Merkmale.

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Digitale Schriftmuster

Auf typespecimens.io fin­dest Du eine feine Aus­wahl digi­ta­ler Schrift­mus­ter von ver­schie­de­nen Type­foundries. Ich finde es sehr beein­dru­ckend, wie auf­wen­dig und lecker viele Schrif­ten mit eige­nen Mini-Websites prä­sen­tiert wer­den. Mein Tipp: GT Ame­rica ist ganz vorne dabei.

Meh­rer Schrift­mus­ter als the­ma­ti­sche »Wim­mel­bil­der« und Fund­grube für wirk­lich tolle Schrift­mi­schun­gen prä­sen­tiert Hoefler & Co. Dis­co­ver Typo­gra­phy: ame­ri­ka­nisch, retro und state of the art!

Eine rich­tig tolle Geschichte mit fan­tas­ti­schen Illus erzählt die Micro­site zur Mort Modern. Diese ame­ri­ka­ni­sche Bodoni-like Anti­qua ist in zwei­er­lei Hin­sicht umfwer­fend. Ers­tens bie­tet sie 56 Schnitte, dar­un­ter drei opti­sche Grö­ßen (Large, Sub­ti­tel, Text) und jede Menge raf­fi­nier­ter OpenType-Features. Zwei­tens ist die Mort Modern für den pri­va­ten Gebrauch sehr güns­tig zu erwer­ben (Pay as you want).

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Guillemets und andere Besonderheiten in der französischsprachigen Typografie

Seit einem guten Jahr habe ich das Vergnügen, das Deutsche Forum für Kunstgeschichte Paris typografisch betreuen zu dürfen. Die Gestaltung ist meistens zweisprachig. Ein Spielplatz für Mikrotypografie!

Im Ver­gleich zum deutsch­spra­chi­gen Text­satz ist fran­zö­si­sche Detail­ty­po­gra­fie etwas auf­wen­di­ger ein­zu­rich­ten. Sie lässt sich aber mit­hilfe von GREP in InDe­sign gut bewerk­stel­li­gen. Die fol­gen­den Emp­feh­lun­gen basie­ren auf einem Blog­bei­trag der Über­set­ze­rin Andrea Alver­mann. Falls Du fran­zö­si­sche Texte im Detail auf andere Art behan­delst, freue ich mich über einen Kom­men­tar.

 

Leerzeichen vor doppelten Satzzeichen

Dop­pelte Satz­zei­chen wer­den mit einem geschütz­ten fle­xi­blen Leer­zei­chen vom vor­her­ge­hen­den Wort abge­setzt. Dop­pelte Satz­zei­chen sind Aus­ru­fe­zei­chen (!), Fra­ge­zei­chen (?), Dop­pel­punkt (:), Semi­ko­lon (;), Anfüh­rungs­zei­chen (« ») und Pro­zent­zei­chen (%). Man­che Kol­le­gen mei­nen, dass der Leer­raum ver­rin­gert wer­den sollte — Forssman/deJong emp­feh­len in ›Detail­ty­po­gra­fie‹ ein geschütz­tes fle­xi­bles Leer­zei­chen — andere wider­spre­chen. Ich emp­fehle das anhand der Zurich­tung der ver­wen­de­ten Schrift zu ent­schei­den.

 

Anführungszeichen

Die Anfüh­rungs­zei­chen hei­ßen im Fran­zö­si­schen Guil­le­mets. Sie zei­gen mit der Spitze nach außen, genau umge­kehrt zur deut­schen Vari­ante. Sie zäh­len zu den dop­pel­ten Satz­zei­chen. Zitate inner­halb der wört­li­chen Rede wer­den ent­we­der mit Anfüh­rungs­zei­chen oben (eng­li­sche Anfüh­rungs­zei­chen) oder eben­falls mit Guil­le­mets gekenn­zeich­net.

 

Semikolon und Doppelpunkt

Nach Dop­pel­punkt und Semi­ko­lon wird im Fran­zö­si­schen immer klein wei­ter­ge­schrie­ben.

 

etc.

Vor „etc.“ wird im Fran­zö­si­schen immer ein Komma ein­ge­fügt.

 

Gliederung

In fran­zö­si­schen Glie­de­run­gen gibt es eine Beson­der­heit, die das jeweils erste Ele­ment betrifft. Es han­delt sich dabei immer um eine Ord­nungs­zahl. Das bedeu­tet, es ist »arti­cle pre­mier« (oder arti­cle 1er), ali­néa 1er, livre pre­mier, pre­mière page, pre­mier cha­pitre usw. und nicht »arti­cle 1«. Die wei­te­ren Zah­len sind dann ganz nor­male Kar­di­nal­zah­len, also arti­cle 2 usw.

 

Aufzählungszeichen

Auf­zäh­lun­gen mit Auf­zäh­lungs­zei­chen (z.B. Gedan­ken­strich) erhal­ten im Fran­zö­si­schen stets ein Semi­ko­lon am Ende jedes Glie­de­rungs­ele­ments, der letzte Spie­gel­strich wird mit einem Punkt been­det.

 

Datumsangaben

In Zah­len geschrie­bene Daten wer­den im Fran­zö­si­schen durch Schräg­stri­che getrennt. Bei aus­ge­schrie­be­nen Datums­an­ga­ben bekommt der Tag im Gegen­satz zum Deut­schen kei­nen Punkt.

 

Uhrzeit

Die Uhr­zeit wird im Fran­zö­si­schen mit einem klei­nen »h« zwi­schen den Zah­len gekenn­zeich­net. Ach­tung: Das »h« benö­tigt Abstand zu den Zif­fern, jeweils 18 Geviert.

 

Zahlen

Im Fran­zö­si­schen wie im Deut­schen wer­den Zah­len in Drei­er­blö­cke unter­teilt. Im Deut­schen sind diese durch Punkte oder geschützte schmale Leer­zei­chen zu tren­nen, wäh­rend im Fran­zö­si­schen immer 18 Geviert ein­ge­fügt wird.

 

Auslassungspunkte

Im Fach­jar­gon nennt man die Aus­las­sungs­punkte Ellipse. Sie wer­den im Fran­zö­si­schen ohne Wort­zwi­schen­raum direkt an das letzte Wort gesetzt, wäh­rend im Deut­schen vor und hin­ter den Aus­las­sungs­punk­ten ein Leer­zei­chen ein­zu­fü­gen ist.

 

Weiterführende Informationen

Eine zuver­läs­sige Quelle zu den mikro­ty­po­gra­fi­schen Spe­zia­li­tä­ten des deut­schen Sat­zes fin­dest Du bei typefacts.com. Die­ses prak­ti­sche PDF lis­tet die wich­tigs­ten Tas­ta­tur­kür­zel für Mikro­ty­po­gra­fie in InDe­sign.

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Schreibnvaren

Das w in alternativer Buchstabenform

In den Weiten des Buchstabenkosmos tummeln sich allerlei Exoten. Manche sind ausgesprochen seltene Spezies. Eine solche ist das eigenwillige w, das wie eine Ligatur von n und v erscheint.

Die ursprüng­li­che Zeich­nung die­ser w-Form sei wahr­schein­lich auf die Frak­tur zurück­zu­füh­ren, so Flo­rian Hard­wig. Bis in die Mitte des 20. Jahr­hun­derts war die­ses w in Deutsch­land häu­fi­ger anzu­tref­fen, wie die Fas­sa­den­re­klame eines Mem­min­ger Schreib­wa­ren­ge­schäfts zeigt. Heut­zu­tage besit­zen aller­dings nur wenige Fonts die­ses eigen­wil­li­gen w. Meine Favo­ri­ten sind FF Hertz und die für Land­kar­ten ver­wen­dete Kur­siv­schrift. In die­ser Liste fin­dest Du wei­tere Schrif­ten.

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An den Haaren herbeigezogen

Hairschaftszeiten

Friseure haben es nicht einfach: Ein geringer Verdienst knapp über dem Mindestlohn und fehlender Nachwuchs einerseits, große Konkurrenz in den Städten andererseits. Vielleicht ist das ein Grund, warum sie mit ausgefallenen Geschäftsnamen um Aufmerksamkeit und Kundschaft werben.

An Hair-Designern aller Art haben wir uns ja schon lange gewöhnt. Neu­lich sah ich in der Schon­gauer Alt­stadt (Ober­bay­ern) eine beson­ders ein­falls­rei­che Ver­schmel­zung der haa­ri­gen Dienst­leis­tung mit einem baye­ri­schen Kraft­aus­druck. Was mir natür­lich beson­ders gefiel, war die zu Grunde lie­gende Schrift­wahl Peignot. Diese deko­ra­tive Type des Künst­lers Cas­sandre ist, wie wir schon im Grund­stu­dium lern­ten, DIE belieb­teste Schrift bei Fri­seu­ren. Warum das so ist, bleibt mir aller­dings ein Rät­sel.

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Pulsschlag aus Stahl

Brücke 10, St. Pauli-Landungsbrücken.

Blick von Brü­cke 10, St. Pauli-Landungsbrücken auf die Elbe.

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