Freefont Infini

As part of the Graphisme en France 2014 program, the Centre national des arts plastiques (CNAP, National Center of Visual Arts) has commissioned a new typeface to be freely downloadable by the public at large.

Down­load the free Infini typeface by Sand­rine Nugue.
Have a look on the 48-page spe­ci­men book.

 

Was bewegt Euch beim Schriftkauf?

Font Purchasing Habits Survey 2017 ist eine Umfrage der Foundry Spezialistin Mary Catherine Pflug. Sie möchte herausfinden, was Schriftkäufern bei der Kaufentscheidung wichtig ist. Neben den »harten« Fakten zielen ihre Fragen auf Gefühle bei der Bewertung von Schriften ab, Spezial-Einführungsangebote oder die persönliche Schriftleidenschaft. Die Umfrage nimmt etwa 15 Minuten Zeit in Anspruch. Als Belohnung winken obige 9 Free-Fonts!

Die erste Umfrage ent­stand als The­sis wäh­rend ihres Stu­di­ums und wurde letz­tes Jahr ver­öf­fent­licht. Mehr dazu könnt ihr auf Medium lesen.

Spiel, Spaß und Freude mit LiebeGerda

Es gibt Schriften wie Sand am Meer. Aber einige verdienen besondere Aufmerksamkeit. LiebeGerda zum Beispiel. Diese reizende Schrift mit vier Schnitten imitiert eine flüssig geschriebene Handschrift auf perfekte Weise. Dank raffinierter OpenType-Funktionen lassen sich abwechslungsreiche Textfiguren zaubern. Das macht wirklich Spaß! Mehr dazu in meinem Tutorial bei FontShop.com.

Tuna – eine charakterstarke Antiqua für Screen und Print

Wenn zwei Schriftgestalter mit unterschiedlichen Gestaltungsansätzen an einer Schrift arbeiten, kann man gespannt sein. Felix Braden und Alex Rütten haben das Experiment gewagt und die erfrischende Antiqua Tuna geschaffen, die im Print und auf Bildschirmen gleichermaßen gut lesbar ist. Ich hatte vor der Veröffentlichung Gelegenheit, die Schrift zu testen und Felix und Alex ein paar Fragen zu stellen.

Erster Eindruck

Als ich die Schrift­mus­ter­bei­spiele der Tuna das erste mal sah, gefiel mir sofort das infor­melle, kal­li­gra­phisch anmu­tende Schrift­bild. Meine Augen konn­ten kaum vom brei­ten, herr­lich agi­len klei­nen e las­sen oder dem schnit­ti­gen s wider­ste­hen. Und dann die flüs­sige Kur­sive! Nun wirkt eine Schrift in gro­ßer Dar­stel­lung natur­ge­mäß anders als im Men­gen­text. Auf­fäl­lige Solis­ten tre­ten zurück, mar­kante Details ver­schwin­den im orches­tra­len Klang. In mei­nen eige­nen Schriftsatz-Mustern (6 bis 12 Punkt) wirkt der Grau­wert der Tuna fle­cken­los und gleich­mä­ßig. Trotz­dem ist das Schrift­bild leben­dig, die Zei­len­bil­dung fan­tas­tisch und der Text her­vor­ra­gend lesbar.

Konzept

Der Tuna liegt die Annahme zugrunde, dass hori­zon­tal betonte Buch­sta­ben­teile die Les­bar­keit einer Schrift posi­tiv beein­flus­sen. Felix und Alex war die gute Les­bar­keit von Seri­fen­lo­sen wie ›Antique Olive‹ (Roger Excof­fon), ›Balance‹, ›FF Legato‹ (beide Evert Blo­emsma) oder ›Signo‹ (Rui Abreu) auf­ge­fal­len, die die waa­ge­rech­ten Ele­mente beto­nen. Als Felix einen Vor­trag von Alex zum Thema Bild­schirm­op­ti­mie­rung hörte, ent­stand die Idee, beide Kon­zepte zu kom­bi­nie­ren und eine cross­me­diale Text­schrift zu ent­wi­ckeln. Das Ziel war eine Schrift, die in Fließ­text­grö­ßen auf dem Bild­schirm genauso gut funk­tio­niert wie auf dem Papier.

Schreibtechnik und Darstellung auf der Bildschirmmatrix

Das Beson­dere an der Tuna ist die stark geneigte Schrift­achse mit einem Win­kel von 40°. Durch das auf der Band­zug­fe­der basie­rende Kon­struk­ti­ons­prin­zip erge­ben sich ähn­li­che Stär­ken bei den hori­zon­ta­len und ver­ti­ka­len Stri­chen und eine Beto­nung der Waa­ge­rech­ten im Schrift­bild. Die fast gleich schwe­ren hori­zon­ta­len und ver­ti­ka­len Ele­mente sind ideal für die Dar­stel­lung auf einer Bild­schirm­ma­trix, da die Buch­sta­ben­for­men beim Hin­ting im Nach­hin­ein nur gering­fü­gig ange­passt wer­den müs­sen. Die Schrift ist in allen Schrift­gra­den auf dem Bild­schirm erstaun­lich kon­sis­tent. Der Ver­gleich zu Geor­gia und Times ist beeindruckend.

Optimierung für den Bildschirm

Die Tuna ist so robust und offen gezeich­net, damit sie in allen Umge­bun­gen her­vor­ra­gend les­bar ist – auf Papier genauso wie auf dem Moni­tor, dem Tablet, Smart­phone oder E-Reader. Die sta­bi­len Buch­sta­ben­for­men und kräf­ti­gen Seri­fen hal­ten auch wid­ri­gen Druck­be­din­gun­gen stand und gehen bei star­ker Hin­ter­grund­be­leuch­tung (Hell-Dunkel-Kontrast) auf dem Bild­schirm nicht ver­lo­ren. Selbst in klei­nen Schrift­gra­den funk­tio­niert die Schrift gut, denn die Pun­zen sind groß und offen gehal­ten und die groß­zü­gige x-Höhe und brei­ten Buch­sta­ben ver­hin­dern ein opti­sches Zulau­fen der Weißräume.

Klar dif­fe­ren­zierte Buch­sta­ben­for­men tra­gen dazu bei, dass Wort­bil­der ein­deu­tig erkannt und gele­sen wer­den kön­nen. Die run­den Buch­sta­ben der Tuna sind superel­lip­tisch ange­legt – die Kreis­bö­gen sind so weit wie mög­lich an die Recht­eck­form ange­nä­hert  und pas­sen somit gut auf das Pixel­ras­ter. Durch das per­fekt aus­ba­lan­cierte Ver­hält­nis von Schwarz­an­tei­len (Buch­sta­ben) und Weiß­raum, sowie den gerin­gen Strich­stär­ken­kon­trast wirkt der Grau­wert gleich­mä­ßig und harmonisch.

Die Win­kel besit­zen ein Ver­hält­nis von gan­zen Zah­len und eig­nen sich gut für eine sau­be­res Ren­de­ring von dia­go­na­len Buch­sta­ben­ele­men­ten (z.B. Serifen).

Mit­hilfe des manu­ell opti­mier­ten TrueType-Hintings wurde die Dar­stel­lungs­qua­li­tät in klei­nen und mitt­le­ren Text­grö­ßen (9–14 pt) per­fek­tio­niert. Tuna basiert auf einem Kon­struk­ti­ons­prin­zip, durch das bei klei­nen Schrift­gra­den nur wenige Ver­än­de­run­gen an Buch­sta­ben­for­men erfor­der­lich sind. So bleibt der Cha­rak­ter der Schrift in jeder Größe erhal­ten. Das Hin­ting opti­mierte Jan Ger­ner (Yanone) spe­zi­ell für Clear­type und DirectWrite.

Ausbau der Tuna

Die Schrift­fa­mi­lie umfasst fünf Gewichte mit jewei­li­gen Kur­si­ven: Light, Regu­lar, Medium, Bold und Extra­bold. Aus den Mas­tern Light und Extra Bold wur­den die drei Zwi­schen­stu­fen mit­hilfe von Luc(as) de Groots Inter­po­la­ti­ons­theo­rie gene­riert und anschlie­ßend fein abge­stimmt. Für eine kna­ckige Überschrift-Text-Mischung eig­nen sich beson­ders Tuna Bold  / Tuna Regu­lar, Tuna Medium / Tuna Light und Tuna Extra Bold / Tuna Medium.

Kursive

Die Kur­sive ist wun­der­bar kal­li­gra­phisch anmu­tend. Man spürt förm­lich die zugrunde lie­gende schwung­volle Schreib­be­we­gung der Hand. So zum Bei­spiel bei den tie­fen Ein­ker­bun­gen des a, n, m, h, u, p, q, b, d, k und r, der Schlaufe des k und bei den gebo­ge­nen Stri­chen­den des v, w, und y. Zudem unter­stüt­zen die wei­chen, abge­run­de­ten Seri­fen den flie­ßen­den Duk­tus. Durch den kon­trast­rei­che­ren Cha­rak­ter und die schma­lere Zeich­nung bie­ten die kur­si­ven Schnitte eine gute Dif­fe­ren­zie­rung zur auf­rech­ten Tuna inner­halb eines Absat­zes. In gro­ßen Schrift­gra­den tre­ten kal­li­gra­phi­sche Details deut­lich her­vor und ver­lei­hen Wör­tern und Tex­ten eine eigen­stän­dige funky Note.

Zeichensatz

Im Zei­chen­kof­fer sind rund 720 Gly­phen ent­hal­ten, dar­un­ter Kapi­täl­chen und fünf Zif­fern­gar­ni­tu­ren: Ver­sal­zif­fern und Mediä­val­zif­fern in pro­por­tio­na­ler und gleich brei­ter Aus­füh­rung (z.B. für Tabel­len), pas­sende Zif­fern zu den Kapi­täl­chen, sowie Zif­fern für die wis­sen­schaft­li­che Hoch- und Tief­stel­lung. Dazu gesel­len sich die geläu­figs­ten Bruch­zif­fern und die Ordi­nal­zei­chen ª und º. Alle diese Gly­phen sind über OpenType-Funktionalität im Lay­out­pro­gramm wähl­bar. Sofern der Brow­ser OpenType-Funktionalitäten unter­stützt, kön­nen diese Fea­tures auch per CSS im Inter­net ver­wen­det werden.

Fazit

Den bei­den Schrift­ge­stal­tern Felix Bra­den und Alex Rüt­ten ist ein gro­ßer Wurf gelun­gen. Tuna ist eine exzel­lent les­bare Text­schrift und zugleich cha­rak­ter­starke Dis­play­schrift mit attrak­ti­ven Details. Sie ist ein wah­rer All­roun­der für den cross­me­dia­len Ein­satz und eig­net sich für Editorial-Design und Buch­satz, aber genauso gut für lange Text­stre­cken auf Bild­schirm­me­dien aller Art.

 

 

Interview mit Felix Braden und Alex Rütten

Wie entstand die Tuna?

Felix: Ich bin ein gro­ßer Fan von kopf­las­ti­gen Schrif­ten wie z.B. der ›Antique Olive‹ von Roger Excof­fon und über­zeugt davon, dass die Beto­nung der Hori­zon­ta­len die Les­bar­keit för­dert. Alex hat vor ein paar Jah­ren in Köln beim Typost­amm­tisch einen Vor­trag zum Thema Bild­schirm­op­ti­mie­rung gehal­ten wäh­rend er an einer Schrift arbei­tete. Dabei kam mir die Idee die bei­den Kon­zepte zu ver­bin­den und eine Lese­schrift für cross­me­diale Zwe­cke zu entwickeln.

Alex: Vor ein paar Jah­ren dachte man in ers­ter Linie an Hin­ting, wenn man von Bild­schirm­op­ti­mie­rung sprach. Die Idee, dass die Buch­sta­ben­for­men sel­ber einen gro­ßen Ein­fluss auf das Ren­de­ring und die Les­bar­keit am Bild­schirm haben, war nicht sehr ver­brei­te­tet. Das Thema wurde erst inter­es­sant, als die Unter­stüt­zung für Web­fonts kam. Der Ansatz, Schrif­ten spe­zi­ell in Hin­blick auf diese Anfor­de­rung zu gestal­ten, ist eher selten.

Es ist ungewöhnlich, dass zwei Typedesigner gemeinsam eine Schrift entwickeln. Wie seid ihr vorgegangen? Gab es auch mal Meinungsverschiedenheiten?

Felix: Aus der ers­ten Idee hatte ich einen Ansatz zur Schrift­ge­stal­tung ent­wi­ckelt, der sehr tech­nisch war. Ich hatte die Schrift am Rech­ner gezeich­net und aus­schließ­lich mit Win­keln gear­bei­tet, die ideal für die Bild­schirm­dar­stel­lung sind. Die Erfah­run­gen die ich Jahre vor­her mit Pixel­schrif­ten und dar­aus abge­lei­te­ten Vektor-Fonts gemacht hatte, waren dabei sehr hilf­reich. Das Ergeb­nis in klei­nen Schrift­gra­den war total über­zeu­gend und am Bild­schirm extrem gut les­bar. Lei­der wirkte es in bes­se­rer Auf­lö­sung sehr kühl, fast see­len­los. Ich habe die Schrift dann mit der Hand geschrie­ben und neu digi­ta­li­siert aber es half nichts: Ich hatte mich in eine Sack­gasse manö­vriert. Als ich Alex dann um Hilfe bat und er mir nach kur­zer Zeit ein Rede­sign vor­legte, war ich total glücklich.

Alex: Als mir Felix die Schrift zum ers­ten Mal gezeigt hat, sah sie tat­säch­lich noch gene­risch aus. Das Design hatte aber auch etwas. So dass ich gedacht habe, hier könnte sich ein zwei­ter Anlauf lohnen.

Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten gab es tat­säch­lich nur wenige. Ich denke, dass es damit zu tun hat, dass wir viele Punkte ähn­lich gese­hen und emp­fun­den haben. Des­halb konn­ten wir oft die Kri­tik vom ande­ren nach­voll­zie­hen. Ansons­ten hat gehol­fen, dass kei­ner sich an Klei­nig­kei­ten fest­ge­klam­mert hat.

Welchen Stellenwert hat das Schreiben bzw. Zeichnen der Buchstaben im Entwurfsprozess?

Felix: Ich zeichne zwar regel­mä­ßig in ein Skiz­zen­buch, weil es die schnellste und ein­fachste Mög­lich­keit ist, eine Idee fest­zu­hal­ten und kurz zu tes­ten. Aber der Rech­ner hat für mich einen wesent­lich höhe­ren Stel­len­wert im Ent­wurfs­pro­zess. Meine jüngs­ten Schrif­ten ›Capri‹ und ›FF Scuba‹ sind auch eher kon­stru­ierte, tech­ni­sche Schrif­ten und besit­zen kaum orga­ni­sche, vom Schrei­ben abge­lei­tete Formen.

Alex: Kon­stru­ierte Schrif­ten haben bei mir bis jetzt nicht sehr viel Inter­esse oder Begeis­te­rung geweckt – das ändert sich viel­leicht noch. Aber ich stehe viel mehr auf For­men, die sich aus dem Schrei­ben her­lei­ten. Trotz­dem ver­falle ich oft genug der Bequem­lich­keit des Arbei­tens am Rech­ner. Wenn ich auf Papier skiz­ziere, merke ich aber wie intui­tiv und schnell das ist. Hier kann man im Design-Prozess wirk­lich viel Zeit spa­ren, zu unge­wöhn­li­chen Buch­sta­ben­for­men kom­men und ein­fach Spaß haben.

Wie schmal ist der Grad zwischen bestmöglicher Lesbarkeit und formaler Eigenständigkeit der Schrift?

Alex: Tat­säch­lich macht für mich vor allem diese Akro­ba­tik den Reiz vie­ler Schrif­ten und des Schrift­ge­stal­tens aus. Es gibt etwas zu ent­de­cken, wenn ich näher ran gehe. Wenn da nichts eige­nes ist, wird es fad. Funk­tio­na­li­tät allein hat nicht den sel­ben Reiz.

Felix: Headline-Schriften dür­fen durch­aus einen deut­li­chen Cha­rak­ter haben und Fließtext-Schriften soll­ten in ers­ter Linie funk­tio­nal sein, also ange­nehm zu lesen. Da wir mit Tuna einen All­roun­der schaf­fen woll­ten, muss­ten wir einen Weg fin­den, beide Ansprü­che zu ver­ei­nen. Wir haben mit dezen­ten kal­li­gra­fi­schen Details und Form­kon­tras­ten gear­bei­tet, die der Schrift in gro­ßen Schrift­gra­den einen deut­li­chen Cha­rak­ter geben aber in Fließ­text­grö­ßen unsicht­bar bleiben.

Tuna ist besonders für das Lesen am Bildschirm geeignet. Warum ist sie eine gute Alternative zur Georgia und anderen Screenoptimierten Schriften?

Felix: Das Beson­dere an Tuna ist die stark geneigte Schrift­achse. Dadurch sind die waa­ge­rech­ten und die senk­rech­ten Ele­mente fast gleich schwer, was für die Abbil­dung auf einer Bild­schirm­ma­trix ein gro­ßer Vor­teil ist. Das Groß­ar­tige ist, dass diese Art der »Bild­schirm­op­ti­mie­rung« eine ganz natür­li­che ist, die nicht im Nach­hin­ein gemacht wer­den musste son­dern auf dem Kon­struk­ti­ons­prin­zip der Buch­sta­ben basiert. Starke Ver­än­de­run­gen der Buch­sta­ben­for­men im Hinting-Prozess waren daher nicht nötig – dadurch ist die Schrift in allen Schrift­gra­den extrem kon­sis­tent. Ver­gleicht man eine hoch­auf­lö­sende Dar­stel­lung von Tuna mit ihrer 10px-Version ist die Ähn­lich­keit wesent­lich grö­ßer, als das bei Times und Geor­gia der Fall ist.

Geor­gia ist trotz­dem eine groß­ar­tige Bild­schirm­schrift und in 10 oder 12 Pixel kaum zu ver­bes­sern! Aller­dings wurde sie vor zwan­zig Jah­ren ent­wor­fen und für den Bild­schirm opti­miert. Durch die höhe­ren Bild­schirm­auf­lö­sun­gen heut­zu­tage ist die reale Größe einer Schrift am Bild­schirm wesent­lich klei­ner als damals und die klei­nen Schrift­grade wer­den kaum mehr verwendet.

Alex: Die gute Geor­gia würde ich hier zum Ver­gleich nicht bemü­hen. Da ori­en­tiere ich mich lie­ber an zeit­ge­mä­ßen Schrif­ten. Da gibt es mitt­ler­weile auch an Serifen-Schriften vie­les, was mich begeis­tert. Aber eben auch noch keine Schrift, die wie die Tuna ist!

Ich muss sagen, dass ich mit Regeln für die Qua­li­tät der Bild­schirm­dar­stel­lung mitt­ler­weile so meine Pro­bleme habe. Ich ent­de­cke immer wie­der Bei­spiele von Schrif­ten, deren Merk­male nicht die Kri­te­rien für eine guten Bild­schirm­dar­stel­lung haben; aber trotz­dem funk­tio­nie­ren sie sehr gut. Da ist noch ein Fak­tor X am Werk oder die Aus­wir­kung der ein­zel­nen Merk­male ist sehr unter­schied­lich stark. Ich habe den Ein­druck, dass zum Bei­spiel die Ein­deu­tig­keit und Erkenn­bar­keit der Buch­sta­ben­for­men einen star­ken Ein­fluss hat.

Wie habt ihr die Schrift auf Praxistauglichkeit getestet?

Alex: Pra­xis­tests sind für mich das A und O und auch die ein­zige Mög­lich­keit, im Design-Prozess eine solide Basis für Ent­schei­dun­gen zu haben. Ansons­ten bin ich mir unsi­cher, was die genaue Aus­ge­stal­tung der Buch­sta­ben­form und die Zurich­tung angeht. Auch das Poten­tial einer Schrift zeigt sich hier sehr schnell. Des­halb fange ich mitt­ler­weile mög­lichst früh damit an, die Ent­würfe in allen mög­li­chen Arten von Anwen­dun­gen zu testen.

Felix: Ich schaue mir grund­sätz­lich schon die ers­ten Buch­sta­ben, die ich gestalte, im Schrift­bild und auf unter­schied­li­chen Grö­ßen an. In der Anfangs­phase haben wir uns auf Test am Bild­schirm und im Aus­druck kon­zen­triert. Tobias Frere-Jones hat auf der Typo Ber­lin im letz­ten Jahr gesagt, dass Schrif­ten, die unter schlech­ten Druck- und Lese-Bedingungen und in klei­nen Grö­ßen funk­tio­nie­ren, auch am Bild­schirm eine gute Figur machen. Diese Erfah­rung kann ich bestä­ti­gen. Bei den spä­te­ren Tests, die wir am Tablet oder mit dem Smart­phone gemacht haben, muss­ten wir eigent­lich kaum mehr etwas ver­än­dern. Nur die Satz­zei­chen und die Hoch­zah­len haben wir recht spät noch ein­mal überarbeitet.

Vie­len Dank, Felix und Alex und viel Erfolg für Eure Tuna!

 

Felix Bra­den stu­dierte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign an der Fach­hoch­schule für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in Trier und lebt seit 2003 als freier Schrif­ten­ent­wer­fer in Köln. 2000 grün­dete er die Freefont-Foundry Flood­fonts. Seine kom­mer­zi­el­len Schrif­ten ver­treibt er über FSI Font­shop Inter­na­tio­nal (FF Scuba), Foun­tain (Capri, Sad­ness, Gri­moire), URW++ (Super­nor­male) und Vol­ca­no­type (Bikini).

Alex Rüt­ten stu­dierte an der Fach­hoch­schule für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in Trier Typo­gra­phie. Er ist Typeface- und Interface-Designer und Part­ner von Form­sport Design Stu­dio, Ber­lin. Seine Schrif­ten sind über Lino­type und FSI Font­shop Inter­na­tio­nal erhält­lich. 2009 gewann er den TDC-Award für seine erste Schrift »Ginkgo LT« und 2011 für »FF Suhmo«.

 

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Tuna und den bei­den Schrift­ge­stal­tern Felix Bra­den und Alex Rüt­ten fin­det ihr auf der Tuna-Microsite.

Tuna ist bei MyFonts für Desktop- und Web­nut­zung erhält­lich. Neben Ein­zel­schnit­ten ist auch die Kom­plett­fa­mi­lie mit 10 Schnit­ten zu einem ver­güns­tig­ten Paket­preis ver­füg­bar. Die Medium-Schnitte sind kos­ten­los und frei für kom­mer­zi­elle Pro­jekte verwendbar.

Pensum Pro – ein wahres Textmonster

Buchypografen aufgepasst: Mit der Pensum Pro bietet TypeMates ein vielseitiges Textmonster für lange Textstrecken an. Auf MyFonts.de stelle ich die Schriftfamilie vor und befragte deren Entwerfer Nils Thomson über ihre Entstehungsgeschichte und besonderen Merkmale.

Digitale Schriftmuster

Auf typespecimens.io fin­dest Du eine feine Aus­wahl digi­ta­ler Schrift­mus­ter von ver­schie­de­nen Type­foundries. Ich finde es sehr beein­dru­ckend, wie auf­wen­dig und lecker viele Schrif­ten mit eige­nen Mini-Websites prä­sen­tiert wer­den. Mein Tipp: GT Ame­rica ist ganz vorne dabei.

Meh­rer Schrift­mus­ter als the­ma­ti­sche »Wim­mel­bil­der« und Fund­grube für wirk­lich tolle Schrift­mi­schun­gen prä­sen­tiert Hoefler & Co. Dis­co­ver Typo­gra­phy: ame­ri­ka­nisch, retro und state of the art!

Schreibnvaren

Das w in alternativer Buchstabenform

In den Weiten des Buchstabenkosmos tummeln sich allerlei Exoten. Manche sind ausgesprochen seltene Spezies. Eine solche ist das eigenwillige w, das wie eine Ligatur von n und v erscheint.

Die ursprüng­li­che Zeich­nung die­ser w-Form sei wahr­schein­lich auf die Frak­tur zurück­zu­füh­ren, so Flo­rian Hard­wig. Bis in die Mitte des 20. Jahr­hun­derts war die­ses w in Deutsch­land häu­fi­ger anzu­tref­fen, wie die Fas­sa­den­re­klame eines Mem­min­ger Schreib­wa­ren­ge­schäfts zeigt. Heut­zu­tage besit­zen aller­dings nur wenige Fonts die­ses eigen­wil­li­gen w. Meine Favo­ri­ten sind FF Hertz und die für Land­kar­ten ver­wen­dete Kur­siv­schrift. In die­ser Liste fin­dest Du wei­tere Schriften.

Gimlet – im Rausch einer neuen Schriftfamilie

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Direkt vorweg: Gimlet ist heiße Anwärterin für meine Lieblingsschrift des Jahres und das auch nach dem zweiten, dritten, vierten und fünften Blick! Dass sie sich deutlich von der Masse abhebt und Texten zu einem starken Auftritt verhilft, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis hervorragender Konzeptarbeit und Handwerk. Hier stelle ich Euch die Gimlet und ihren Entwerfer David Jonathan Ross vor, mit dem ich ein sehr interessantes Interview geführt habe.

Der in New Hamp­shire lebende Desi­gner und Pro­gram­mierer David Jona­than Ross ist mei­ner Mei­nung nach einer der talen­tier­testen jun­gen Typen­de­si­gner aus den USA. Schon wäh­rend sei­nes Stu­di­ums am Hamp­shire Col­lege begann er Fonts zu ent­wi­ckeln und betreibt, nach sei­ner Zusam­men­ar­beit mit Font Bureau, seit Mai die­sen Jah­res sein eige­nes Schrift-Label DJR. Zu sei­nen Schrif­ten zäh­len u.a. Mani­cotti, Tur­nip, Input, Out­put und Bungee.

Vor drei Jah­ren habe ich David geschrie­ben, wie begeis­tert ich von sei­ner Tur­nip sei (die Text­schrift die­ses Blogs) und fragte ihn, woran er gerade arbeite. Dar­auf­hin schickte er mir Schrift­muster einer in der Ent­wick­lung befind­li­chen gro­ßen Schrift­fa­milie. Ich konnte es kaum glau­ben: Sie basierte auf der Scha­dow Anti­qua über die ich kurz zuvor einen Arti­kel geschrie­ben hatte. Im Mai erschien dann zum Start sei­nes frisch gegrün­deten Schrift-Labels die wun­der­bare Gim­let!

Schadow Antiqua – Historie einer Patchworkfamilie

Die Ein­zig­ar­tig­keit der Gim­let ver­steht man am bes­ten mit einem Blick auf die 1938 erschie­nene Scha­dow Anti­qua von Georg Trump. Lei­der ist sie — zu unrecht, wie ich finde — in Ver­ges­sen­heit gera­ten und das vor allem, weil sie als Blei­satz­schrift den Sprung in die Fotosatz-Ära nicht geschafft hat. Grob beschrie­ben, würde man die Scha­dow Anti­qua als Text­schrift mit Dis­play­qua­li­täten bezeich­nen. Ihre Abstam­mung von der klas­si­zis­ti­schen Anti­qua zeigt sich an der ver­ti­kalen Schat­te­nachse mit Beto­nung der ver­ti­kalen Stämme. Cha­rak­te­ris­tisch sind ihre eckig ange­setzten Seri­fen und aus­ge­prägte Kon­traste. Das Neue daran war damals die super­el­lip­ti­sche Form der run­den Buch­staben — die wenig spä­ter in der Melior wie­der auf­tau­chten — und die breit pro­por­tio­nierten Buch­staben der mage­ren und leich­ten Schnitte. Obwohl man die Scha­dow Anti­qua den sei­fen­be­tonten Anti­quas zuord­nen kann, ist sie weni­ger modu­lar und in vie­len Details ver­spielter als zeit­ge­nös­si­sche Schrif­ten wie Beton oder Mem­phis.

Schadow-Antiqua Werk, Blei­satz, 36 pt

Schadow-Antiqua mager, Blei­satz, 36 pt

Ins­ge­samt umfasst die Schrift 8 Schnitte, die über einen Zeit­raum von 14 Jah­ren ent­wi­ckelt und ver­öf­fent­licht wur­den. Nach heu­tigen Maß­stäben würde man jedoch kaum von einer ech­ten Fami­lie spre­chen, denn die Scha­dow Anti­qua wirkt for­mal unein­heit­lich. In jedem Schnitt gibt es unter­schied­liche Form­de­tails. Selbst Buch­staben wie das kleine ›g‹, ›k‹ oder ›ß‹ vari­ieren zwi­schen den Schnitten.

Gimlet – der Weg zur einheitlichen Formensprache

David war von Anfang an klar, dass er nicht nur eine reine Inter­pre­ta­tion der Scha­dow Anti­qua zeich­nen wollte. Statt­des­sen war sein Plan, ihren freund­li­chen Charme mit einer eige­nen For­men­sprache zu ver­bin­den. So ist es ihm tat­säch­lich gelun­gen, aus einer Truppe indi­vi­du­eller Buch­staben ein ech­tes Team zu for­men. Aus dem Neben­ein­ander sehr unter­schied­li­cher Schnitte schuf er eine sys­te­ma­tisch orga­ni­sierte Super­fa­mi­lie mit drei opti­schen Grö­ßen und vier Brei­ten. Ins­ge­samt 112 Schnitte umfass­t die Gim­let. Im Ver­gleich zur Scha­dow Anti­qua wirkt sie orga­ni­sch und har­mo­nisch abgestimmt.

gimlet_specimen_9Eine Schrift mit starker Persönlichkeit: charakteristisch sind die superelliptische Grundform der runden Buchstsben, Strenge Serifen, beschwingte Kurven und kräftige Serifen

 

Dass die Gim­let so her­vor­ra­gend Zei­len bil­det, ist auf die brei­ten Buch­staben, die gro­ßen Pun­zen und die sta­bilen Seri­fen zurück­zu­füh­ren. Ihre Kur­sive basiert auf einer geneig­ten Roman (a, u, p), die durch kur­siv geschrie­bene Minuskel-Zeichen (g, v, x, z) kon­ter­ka­riert wird. Die Dyna­mik des kur­siven Tex­tes lässt sich sogar über die OpenType-Funktion Form­satz steu­ern, mit der sich alter­na­tive Zei­chen­formen anwäh­len lassen.

Über das OpenType-Feature For­mat­va­ri­an­ten lässt sich die Dyna­mik kur­si­ver Begriffe verändern.

Im Fließ­text kon­tras­tiert die Kur­sive super als dezente Aus­zeich­nung, da sie ein wenig schma­ler läuft, aber dem glei­chen Kon­trast­prinzip der Roman folgt. Für aktive Aus­zeich­nungen bie­tet sich Kapi­täl­chen an (vor­handen in der Gim­let Text und Gim­let Micro). Pro­por­tionale Versal- und Mediä­val­zif­fern, dickten-gleiche Ver­sal­zif­fern, Brü­che, sowie hoch- und tief­ge­stellte Zif­fern unter­streichen die Viel­sei­tig­keit der Gimlet.

Der Zei­chen­koffer hält außer­dem alter­na­tive Buch­sta­ben­formen bereit, von denen man­che aus­schliess­lich hän­disch über die Gly­phen­pa­lette aus­wählbar sind.

Gimlet on Air – die progressive Superfamilie im Praxistest

Im Ein­satz wird schnell deut­lich, die Gim­let zeich­net sich, neben ihren Text- und Dis­play­qua­li­täten, über ihre Fle­xi­bi­li­tät und die ska­lier­bare Ver­wend­bar­keit aus. Egal ob Men­gen­text oder große Über­schriften, ob Print oder Screen-Anwendung — Gim­let wirkt stets unver­braucht frisch und ist gut les­bar. Keine bekannte Schrift ver­fügt über ein iden­ti­sches Form­prinzip, wodurch Texte eine indi­vi­du­elle Note erhalten.

Über­ein­an­der­ge­legte Out­lines ver­deut­li­chen den Kon­trast­un­ter­schied zwi­schen Gim­let Dis­play, Text und Micro.

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Im Men­gen­text emp­fiehlt sich Gim­let Text in der nor­malen Breite oder im Narrow-Schnitt, der etwa 6 Pro­zent schma­ler läuft. Bild­un­ter­schriften, Fuß­noten und Klein­ge­drucktes sind das Metier der Gim­let Micro. Sie ist einen Hauch brei­ter und mit weni­ger Strich­stär­ken­kon­trast gezeich­net als Gim­let Text.

Für Über­schriften und kurze Texte über 20 pt eig­net sich die Display-Familie beson­ders gut. Sie läuft platz­sparender als Gim­let Text und ist optisch ange­passt: aus­ge­prägte Kon­traste in den Über­gängen und Bogen­ein­läufen ver­lei­hen ihr Fein­heit und Ele­ganz. Die Condensed- und Compressed-Schnitte könn­ten für schmale Text­ko­lumnen ein­ge­setzt wer­den. Wer zu lange Text­stre­cken damit setzt, gefähr­det aller­dings den Lese­kom­fort, der durch die schmale Zeich­nung und gerin­gen Weiß­räume zwangs­läufig ein­ge­schränkt ist.

Mit vier Brei­ten ist Gim­let bes­tens gerüs­tet für ver­schie­dene View­port­breiten der Bild­schirme. Im Test zeigt sich ein erstaun­lich gleich­mä­ßiges Schrift­bild der Gim­let Text und Gim­let Micro im nor­mal brei­ten und im Narrow-Schnitt. Bei groß­zü­gigem Zei­len­ab­stand ist sie ange­nehm zu lesen. Ihre Buch­staben erschei­nen im Ver­gleich zu ande­ren Text­schriften gera­dezu rie­sig. Inso­fern emp­fiehlt sich für Fließ­text ein um 10 bis 15 Pro­zent ver­klei­nerter Schriftgrad.

Gim­let ist in ver­schie­de­nen Pake­ten als Kombi-Lizenz (Desk­top + Web + App + ePub) bei DJR.com erhält­lich oder in ver­schie­de­nen Pake­ten und Schnit­ten als Einzel- oder Mehrfach-Lizenzen (Desk­top / Web / App / ePub) bei Type Net­works erhältlich.

Mehr über die Ent­ste­hung der Gim­let erfahrt Ihr hier in mei­nem Gespräch mit David Jona­than Ross. Viel Spaß!

 

Herzlichen Dank an Bettina Knoth für das Lektorat und die Qualitätssicherung.

Interview with David Jonathan Ross

I talked with David about Gimlet, his own type label DJR and new typefaces in progress.

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Hi David, you recently founded your own type label DJR. What was your motivation? Which meaning does the Type Network have for you?

In recent years, I have taken a more active role in the licen­sing and mar­ke­ting of my typefaces, in addi­tion to the design and pro­duc­tion. I have released my typefaces with Font Bureau for years, but we rea­li­zed that I could take this fur­t­her as an inde­pen­dent foundry. Cur­r­ently, the font mar­ket is short on inde­pen­dent dis­tri­bu­tors, which is why I am happy that Type Net­work exists and that it encou­ra­ged me to join as an inde­pen­dent foundry. They have been very sup­por­tive of me as I’ve under­gone this whole process.

Your new font family Gimlet draws its inspirations from Schadow-Antiqua. Which characteristics did you transfer and what was your own infusion?

Tech­ni­cally Nick Sher­man intro­du­ced me to it, and I had many dis­cus­sion with both him and Ger­man desi­gner / edu­ca­tor Indra Kup­fer­schmid about the nature of the design. Both hel­ped me ana­lyze the design and decide how to rein­ter­pret it. I took most of my inspi­ra­tion from the Scha­dow Werk style, which is quite dis­tinct from the rest of the family. I wan­ted Gim­let to keep some of Schadow’s quirks (like the leg of the R‘ or the open ’g‘) but I wan­ted it to feel orga­nic and natu­ral, ins­tead of awk­ward or geo­me­tric. The reverse-taper of the serifs is ano­t­her fea­ture adap­ted from Scha­dow, as well as the default eszet. The geometric-style ’a‘ is avail­able as an alter­nate glyph. Ano­t­her set of alter­na­tes taken from Scha­dow that might be of inte­rest to Ger­man speakers are the sun­ken diereses.

Sun­ken die­re­ses are avail­able via OpenType-Feature.

Was there a masterplan at the beginning to design a big family combining display and text fonts with three optical sizes and with four widths?

There was no mas­ter plan … the family just kept gro­wing out of con­trol! My first focus was the Micro styles, since I wasn’t sure how much of Schadow’s per­so­na­lity I nee­ded to change in order to make it a suc­cess­ful text face. Once I was con­fi­dent with how Gim­let per­for­med in text, I began to change the pro­por­ti­ons, raise the stroke con­trast, and add back some of the quirks for Gim­let Display.

Which challenges did you have to master during the design process?

I think the big­gest chal­lenge for Gim­let was balan­cing the per­so­na­lity and func­tio­na­lity of the typeface … pay­ing homage to Scha­dow without doing a revi­val of it. I wan­ted this typeface to have a sense of humor, but I didn’t want it to be a joke. I wan­ted it to be a use­ful and ver­sa­tile tool that speaks with a dis­tinct voice. It was an inte­res­ting pro­blem to figure out how to get all of the quirky details in there, but still end up with a smooth block of text and head­lines that aren’t too distracting.

Why does Gimlet have no ligatures?

Bes­i­des an ’ff‘ liga­ture in some of the bol­der styles, Scha­dow didn’t do ’f‘ liga­tures. Some­ti­mes liga­tures can look fini­cky, so I deci­ded to avoid them as well. Ins­tead I let Gimlet’s ’f‘ gets nar­ro­wer as it ascends (some­thing that Scha­dow also does), which (com­bi­ned with a long serif on the right) crea­tes more room so the over­hang is less.

No liga­tures nee­ded to keep a well balan­ced spa­cing behind f.

For what sizes do you recommend Gimlet Display, Gimlet Text and Gimlet Micro?

I didn’t issue spe­ci­fic size recom­men­da­ti­ons for Gim­let because I wan­ted to desi­gners to feel con­fi­dent in using the styles that they feel worked best in their envi­ron­ment. Gim­let Micro will begin to look coarse and ungainly when used above text sizes, and Gim­let Dis­play will begin to get too tight under 24 px. Bey­ond that, width, weight, color, and prin­ting / ren­de­ring can all play a part in the best style to use in a given situation.

Which styles are suitable for long screen reading?

Assuming rela­tively large text and a sin­gle column, I’ll usually start with Gim­let Text. The Micro styles are a bit har­dier, and are great for cap­ti­ons or multi-column designs where the body text is smal­ler. Gene­rally, I find the wider styles to be more com­for­ta­ble for exten­ded rea­ding than the nar­ro­wer ones. But when rea­ding an arti­cle on a phone, the nar­ro­wer styles allow an extra word or two to fit on each line, which makes for a more plea­sant rea­ding expe­ri­ence. For text, I usually start with the Regu­lar weight, though the Light weight is good for rea­ding against a dark background.

Can you tell some successful usecases of Gimlet in print and web?

I like that desi­gners have found a variety of ways to use dif­fe­rent parts of the family. For example, Robb Rice’s design of Foot­wear News uses Gim­let Dis­play very large, adding tons of per­so­na­lity to the maga­zine. Mean­while, Typographica’s Type Foundries Today uses only the text size, where it com­mu­ni­ca­tes much more subtly. The 2015 Typo­gra­phics Con­fe­rence used Gim­let as a com­pa­n­ion for Stilla, and left the per­so­na­lity to Stilla. Nick Sher­man thought that Gim­let was too wide for nar­ro­wer screens, which is where the idea of text widths was born. Kat Ran Press also used it for a book about dogs, which I thought was great.

Are there new typefaces, you’re working at the moment?

Bungee is a typeface that celebrates the urban sign. You can adapt to horizontal or vertical text.

Bun­gee is a typeface that cele­bra­tes the urban sign. You can adapt to hori­zon­tal or ver­ti­cal text.

Output is a sans serif that was designed for interfaces.

Out­put is a sans serif that was desi­gned for interfaces.

There is always some­thing! I just released Bun­gee recently, and you can find several pre­views of things on my web­site, inclu­ding Forma, a revi­val of an Ita­lian neo-grotesk from the Neb­biolo foundry, Fern, a huma­nist old­style desi­gned for the screen, and Out­put, a cou­sin to Input opti­mi­zed for user interfaces.

David, thank you very much!