Tipps zum Kauf der passenden Kamera*

Möchtest Du Fotografie lernen und Dein Smartphone gegen eine richtige Kamera tauschen? Fein. In diesem Artikel findest Du Anregungen, was bei der Entscheidung für eine Kamera wirklich eine Rolle spielt. Vergiss das Marketinggeschwätz von Megapixeln, hohen ISO‐Werten und Sensorformaten.

Anmer­kung: Ich bin kein Profi‐Fotograf, son­dern schreibe aus Sicht eines begeis­ter­ten Hobby‐Fotografen. Meine The­men­schwer­punkte sind Stra­ßen­fo­to­gra­fie und Stadt­land­schaf­ten.

Wäh­rend der vor­letz­ten Apple Key­note jubelte das Publi­kum, als bei den neuen iPho­nes ein foto­gra­fi­sches Super­fea­ture vor­ge­stellt wurde. Der Benut­zer kann die Schärfen­tiefe im fer­ti­gen Foto nach­träg­lich ver­än­dern und so Per­so­nen oder Objekte durch Weich­zeich­nung des Hin­ter­grunds frei­stel­len. Die Weich­zeich­nung nennt man Bokeh und war bis dato eines der Pro‐Kaufargumente für Sys­tem­ka­me­ras. Warum soll man sich über­haupt noch eine »rich­tige« Kamera zule­gen, wenn die Smart­pho­nes schon so nah dran sind? Für Nicht‐Profis ist es tat­säch­lich unüber­sicht­lich, sich im Kame­ra­markt zurecht zu fin­den. Die Her­stel­ler über­tref­fen sich jedes Jahr bei den Mega­pi­xel­zah­len. Unter dem Stich­wort Sen­sor­for­mat tum­meln sich ver­schie­dene Klas­sen von Micro Four Thirds (MFT), über APS‐C, Mit­tel­for­mat bis hin zum Voll­for­mat. Astro­no­misch hohe ISO‐Werte ermög­li­chen nahezu rausch­freie Auf­nah­men bei Dun­kel­heit. Big­ger sounds bet­ter. Stimmt. Auf dem ers­ten Blick. Doch sind diese tech­ni­schen Details wirk­lich eine Garan­tie, dass Du tolle Fotos machen kannst?

Die raf­fi­nier­teste Kamera wird Dir nichts nüt­zen, wenn Du Dein Auge nicht schulst und einen foto­gra­fi­schen Blick ent­wi­ckelst. Ohne Bild­idee ist jedes Foto lang­wei­lig, egal wie toll die Kamera ist. Wenn Du nur im Auto­ma­tik­mo­dus foto­gra­fierst, nutzt Du unge­fähr 5 Pro­zent der Mög­lich­kei­ten, die in einer Kamera ste­cken und kannst Deine Fähig­kei­ten kaum ver­bes­sern. Daher soll­test Du Dich unbe­dingt mit den foto­gra­fi­schen Grund­la­gen ver­traut machen. Die vier Bau­steine eines guten Fotos sind Per­spek­tive, Schärfe, Belich­tung und Kom­po­si­tion. Hierzu emp­fehle ich das her­vor­ra­gende Grund­la­gen­buch Die krea­tive Foto­schule von Mar­kus Wäger. Wenn von bigger‐is‐better‐Fähigkeiten der Kame­ras die Rede ist, wird eine Tat­sa­che unter den Tisch gekehrt: alle aktu­el­len Kame­ras (auch Kom­pakt­ka­me­ras mit fest ver­bau­ten Objek­ti­ven) bie­ten soviel Leis­tung, dass Du damit per­fekte Fotos machen kannst.

Bevor Du Dir eine neue Kamera zulegst, soll­test Du Dir zuerst ein­mal klar sein, was Du foto­gra­fie­ren möch­test. Denn jedes Genre hat seine typi­schen Motive und bestimmte Anfor­de­run­gen an die tech­ni­sche Aus­stat­tung oder Kame­ragröße. Der Land­schafts­fo­to­graf bedient sich oft weit­wink­li­ger Objek­tive, um Pan­ora­men abzu­bil­den. In der Tier­fo­to­gra­fie sind extreme Teleb­renn­wei­ten gefragt, um Tiere aus gro­ßer Ent­fer­nung ein­zu­fan­gen. In der Stra­ßen­fo­to­gra­fie möchte man sich mög­lichst unauf­fäl­lig am Gesche­hen bewe­gen und bevor­zugt eher kleine Kame­ras. Wer sich noch nicht sicher ist, wel­che The­men für ihn infrage kom­men, der fin­det in unzäh­li­gen Foto­blogs, bei insta­gram oder auf you­tube jede Menge Inspi­ra­tion.

Tanz der Mole­kühle. Eis­Arena, Plan­ten un Blo­men; Olym­pus 25mm F1.8

Sind die foto­gra­fi­schen The­men klar, bist Du schon einen gro­ßen Schritt wei­ter. Herz­li­chen Glück­wunsch! Denn damit ste­hen die wich­tigs­ten Kri­te­rien, was die Kamera leis­ten muss. Inspi­riert von Robing Wongs Blog­ar­ti­kel 5 Important Cri­te­ria of Camera To Con­si­der Besi­des High ISO and Mega­pi­xel Count beschreibe ich im Fol­gen­den die 5 wich­tigs­ten Anfor­de­run­gen an meine Kamera. Diese Punkte sind ledig­lich ein Bei­spiel. Sie sind nicht all­ge­mein­gül­tig und sehr wahr­schein­lich wird sich Deine Liste davon unter­schei­den.

1. Schneller, präziser Autofokus

Stra­ßen­fo­to­gra­fie ist eine unge­stellte Moment­auf­nahme im All­tag. Sie lebt von spon­ta­nen Gesche­hen und hält den beson­de­ren Moment fest. Das Foto nahm ich nach dem Ende des Fisch­mark­tes auf. Ein Las­ter fährt an und die auf dem Dach ste­hen­den Möwen schwin­gen sich in die Luft empor. Zwei Möwen blei­ben zunächst auf dem wackeln­den Gefährt ste­hen, bevor sie Sekun­den­bruch­teile spä­ter den ande­ren fol­gen. Ich hätte keine Chance gehabt, den Fokus in der Szene manu­ell zu set­zen und war froh, dass ich mich auf den prä­zi­sen, schnel­len Auto­fo­kus ver­las­sen konnte. Ich mache mir dar­über keine Gedan­ken mehr, weil der Auto­fo­kus zuver­läs­sig arbei­tet und bei 80 % der Auf­nah­men sitzt.

Möwen zu Gast beim Ham­bur­ger Fisch­markt. Das Foto habe ich mit dem 14–42mm 1:3.5–5.6 EZ Olym­pus Pan­cake geschos­sen.

 

2. Bild‐Stabilisierung

Ich foto­gra­fiere drau­ßen frei aus der Hand und habe noch nie ein Sta­tiv ver­wen­det. Mir ist das ein­fach zu sper­rig und zu unfle­xi­bel. Da meine Kamera einen leis­tungs­fä­hi­gen 5‐Achsen‐Bildstabilisierung besitzt, ist das tags­über auch nicht nötig. In der Pra­xis bie­tet mir die Bild­sta­bi­li­sie­rung 3 Vor­teile:

  • Ich kann unver­wa­ckelte und scharfe Fotos schie­ßen, einen prä­zise gesetz­ten Fokus vor­aus­ge­setzt.
  • Ich kann mit rela­tiv lan­gen Belich­tungs­zei­ten von 1/20 sek. Bewe­gun­gen fest­hal­ten, wäh­rend das Set­ting scharf ist.
  • Ich kann das ISO‐Rauschen ver­rin­gern und somit die Bild­qua­li­tät ver­bes­sern. Anstelle von 1/50 sek. bei ISO 1.600 sind mit­hilfe der Bild­sta­bi­li­sie­rung 1/10 sek. bei ISO 400 mög­lich.

Frei aus der Hand geschos­se­nes Motiv, Belich­tungs­zeit: 1/40 sek. Olym­pus 25mm F1.8

 

3. Qualität und Auswahl der Objektive

Bei den Sys­tem­ka­me­ras (mit und ohne Spie­gel) han­delt es sich um Zwei‐Komponenten‐Systeme, bestehend aus dem Kame­ra­body und dem Wechsel‐Objektiv. Die Bild­qua­li­tät hängt nicht nur von der Sen­sor­for­mat ab, was sich in der Mega­pi­xel­zahl aus­drückt. Ent­schei­dend ist die Abbil­dungs­qua­li­tät des Objek­tivs. Dazu zäh­len Schärfe, geringe Ver­zer­run­gen zu den Rän­dern hin, die Licht­stärke und das Bokeh. Zusam­men bil­den diese Eigen­schaf­ten einen spe­zi­fi­schen Look and Feel, das die Bild­äs­the­tik wesent­lich mit prägt.

Für den Ein­stieg in ein Kame­ra­sys­tem bie­ten alle Her­stel­ler soge­nannte Kit‐Pakete an. Der Kame­ra­body wird zusam­men mit einem güns­ti­gen Zoom‐Objektiv gebun­delt, das i.d.R. eine Brenn­weite vom Weit­win­kel (18 mm) bis zu einer nor­ma­len Brenn­weite (55 mm) oder leich­tem Tele (105 mm) abdeckt. Diese Kit‐Objektive haben eher einen schlech­ten Ruf, weil die Bild­qua­li­tät nicht beson­ders gut ist. Für den Fotografie‐Neuling sind die Bund­les eine preis­lich attrak­tive Mög­lich­keit, die Kamera ken­nen­zu­ler­nen und mit dem fle­xi­blen Zoom­ob­jek­tiv viele Erfah­run­gen zu sam­meln. Frü­her oder spä­ter kommt dann die Frage nach einem grö­ße­ren Brenn­wei­ten­be­reich oder nach einer hoch­wer­ti­ge­ren Linse. Daher ist es emp­feh­lens­wert, sich bereits vor der Ent­schei­dung für eine Marke / Kame­ra­sys­tem zu infor­mie­ren, ob alle wich­ti­gen Brenn­wei­ten von den Objek­ti­ven abge­deckt sind und wie es um die opti­sche Qua­li­tät steht. Fest­brenn­wei­ten sind zwar unfle­xi­bler als Zoom­ob­jek­teive, bie­ten dafür aber eine sehr hohe Abbil­dungs­qua­li­tät. Wel­che Fest­brenn­weite unver­zicht­bar ist, ist indi­vi­du­ell ver­schie­den und hängt unter ande­rem von den bevor­zug­ten Bild­mo­ti­ven ab.

Das Foto vom Medi­en­ha­fen Düs­sel­dorf habe ich mit einem Olym­pus 25mm F1.8 Objek­tiv auf­ge­nom­men. Es ist selbst bei Offen­blende knack scharf und zeigt nur geringe Ver­zeich­nun­gen.

 

Die Her­stel­ler bie­ten neben den Kit‐Objektiven auch hoch­wer­tige Premium‐Zoomgläser an, die pro­fes­sio­nel­len Ansprü­chen genü­gen. Sie zeich­nen sich durch eine hohe Bild­qua­li­tät, durch eine hohe oder durch­gän­gige Licht­stärke aus und sind oft für den Ein­satz im Freien staub‐ und spritz­was­ser­ge­schützt. Diese Qua­li­tät hat aber ihren Preis.

Hier und da kann man den Spruch lesen, dass man lie­ber das Geld in gute Objek­tive steckt, als in den Kame­ra­body. Da ist defi­ni­tiv was dran.

Diese Auf­nahme ent­stand in Grömitz an der Ost­see mit einem Olym­pus 45mm F1.8 Objek­tiv. Es ist, wie auch die 25mm Linse licht­stark, sehr scharf und in Sachen Preis­leis­tung das wohl inter­es­san­teste aller Olympus‐Objektive.

 

4. Kameraergonomie und Bedienung

Blog­ar­ti­kel und Kamera‐Rezensionen sind zwar hilf­reich, kön­nen aber nicht wirk­lich ver­mit­teln, wie sich eine Kamera anfühlt. Ja, rich­tig. Für mich muss die Kamera gut in der Hand lie­gen. Das Mate­rial, egal ob Metal oder Kunst­stoff soll sich gut anfüh­len und der Hand schmei­cheln. Zudem spielt die Aus­ba­lan­cie­rung (abhän­gig vom ver­wen­de­ten Motiv) und das Gewicht eine wich­tige Rolle. Und dann ist da noch der Griff, der einen siche­ren Halt bie­ten sollte.

Außer­dem wäre es klasse, wenn die Bedien­ele­mente so ange­ord­net sind, dass man die Kamera leicht und intui­tiv bedie­nen kann. Bei mei­ner Olym­pus OM‐D MK 10 II sind die Ein­stell­rä­der oben aus Metal gefer­tigt und haben einen leich­ten Wider­stand beim Dre­hen. Da ver­stellt sich nichts aus Ver­se­hen. Es macht ein­fach Laune, dass sich die Ein­stell­rä­der so wer­tig anfüh­len. Tas­ten und Knöpfe kön­nen win­zig und fum­me­lig sein oder sie haben die rich­tige Größe, einen guten Druck­punkt und las­sen sich ohne Pro­bleme bedie­nen.

Die Ein­stell­rä­der der OM‐D MK 10 II sind auch dann bequem bedien­bar, wenn man sie blind bedient, weil man gerade durch den View­fin­der guckt.

 

Aus mei­ner Sicht ist ein guter View­fin­der gold­wert. Mit des­sen Hilfe wählt man den Aus­schnitt gezielt und foto­gra­fiert prä­zi­ser als mit­tels Dis­play. Das Feh­len eines View­fin­ders ist für mich einer der Haupt­gründe, warum ich das Foto­er­zeu­gen mit einem Smart­phone als Knip­se­rei sehe.

Ein letz­ter Punkt, der oft ver­nach­läs­sigt wird, ist die Benut­zer­füh­rung im Kame­ra­menü und des­sen Kom­ple­xi­tät. Wenn zen­trale Ein­stel­lun­gen wie Belichtungs‐Messmethode oder Foku­sie­rungs­art in den Tie­fen der Unter­me­nüs ver­steckt sind, kann schnell Frust auf­kom­men. Es soll jede Menge Foto­gra­fen geben, die an der Über­kom­ple­xi­tät und Optio­nen­viel­falt der­art ver­zwei­felt sind, dass sie die neue Kamera nach kur­zer Zeit frus­triert ein­ge­mot­tet haben.

Bevor Du Dich auf die ver­meint­lich per­fekte Kamera fest­legst, emp­fehle ich Dir, das infrage kom­mende Gerät beim Händ­ler in die Hand zu neh­men, um dafür ein Gefühl zu bekom­men.

5. Das Immer‐dabei‐haben‐wollen‐Gefühl

Der letzte mei­ner Punkte ist sub­jek­ti­ver Natur. Wel­che Kamera ist die Beste? Die, die man am liebs­ten in die Hand nimmt und ein­fach gerne spon­tan ein­packt, egal ob beim Spa­zier­gang in der Stadt, bei der Wan­de­rung im Grü­nen oder bei einem Tref­fen mit Freun­den oder Fami­lie. Des­halb ist für mich die Kom­pakt­heit und das Gewicht eines der wich­tigs­ten Kri­te­rien. Ich bemit­leide Besit­zer von gro­ßen Spiegelreflex‐Kameras mit mons­trö­sen Objek­ti­ven. Meine Olym­pus OM‐D Kamera ist so kom­pakt, dass sie mit dem 14–42mm Pan­cake Objek­tiv locker in die Jacken­ta­sche passt. Mit gerade mal 650 Gramm ist das Sys­tem ein Flie­gen­ge­wicht. Selbst mit dem 25mm oder 45mm Objek­tiv ist die Kamera noch klein und belas­tet meine Schul­tern auch nach Stun­den nicht. Zuge­ge­ben, die Kamera ist so win­zig, dass ich mir den optio­na­len Griff zuge­legt habe.

Fazit

Bei der Suche nach der pas­sende Kamera kannst Du Dich weder auf Emp­feh­lun­gen von Freun­den, Foto­blog­gern oder gar Ver­käu­fer im Laden ver­las­sen. Wel­ches Model zu Dir passt, kannst Du nur her­aus­fin­den, wenn Dir klar bist, was Du foto­gra­fie­ren möch­test. Es gibt ein­fach keine Kamera, die alles per­fekt kann.
* Die Über­schrift die­ses Arti­kels möchte ich hier ergän­zen: Mit wel­cher Kamera habe ich Spaß und kann mich damit wei­ter­ent­wi­ckeln? Lie­ber klein anfan­gen, viel üben und spä­ter erst auf ein grö­ße­res Modell umstei­gen.

Weiter Fotos von mir gibt’s auf flickr zu sehen.

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Schriftmuster der bahnbrechenden Memphis

Die Schriftfamilie Memphis ist die erste geometrische serifenbetonte Linearantiqua und markiert somit einen Meilenstein in der Schriftgestaltung. Dr. Rudolf Wolf entwarf die Schrift 1929 für Stempel und vereinte in ihr die Kraft, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts populären Egyptienne‐Schriften, mit der technischen, geometrischen Klarheit von Futura und Co.

Die Mem­phis besticht durch mono­li­neare Buch­sta­ben mit einer küh­len, tech­ni­schen Aus­strah­lung. Für den tech­nisch glat­ten Ein­druck ver­dünnte Wolf die Strich­stär­ken der Kur­ven mini­mal an den Über­gän­gen zu den Stäm­men und Seri­fen. Zudem zeich­nete er die Seri­fen ein wenig fei­ner als die Stämme und ver­wen­dete sym­me­tri­sche Seri­fen.

 

Die Mem­phis zählt ein paar cha­rak­te­ris­ti­sche Buch­sta­ben, anhand derer sie sich gut von ähn­li­chen Egyp­ti­en­nes (z.B. Beton, Sty­mie, Rock­well) unter­schei­den lässt:

  • Das große und kleine »o« sind per­fekte Kreis­for­men ohne opti­sche Anpas­sung.
  • Die gebo­gene Unter­länge des klei­nen »g« ist kurz und flach, ähn­lich wie der Fuß des klei­nen »t«.
  • Das kleine »r« besitzt als Trop­fen einen Kreis, der for­mal auf Egyp­ti­en­nes aus dem 19. Jahr­hun­dert ver­weist.
  • Der Stamm des klei­nen ein­bäu­chi­gen »a« besitzt oben und unten eine Serife.
  • Die Unter­länge des klei­nen »y« schließt mit einer fla­chen Seri­fen nach links und rechts ab.

Das als Falt­blatt gestal­tete Schrift­mus­ter stellt die kom­plette Fami­lie mit 13 Schnit­ten vor: Zarte Mem­phis, Magere Mem­phis und ent­spre­chende Kur­sive, Halb­fette Mem­phis und ent­spre­chende Kur­sive, Fette Mem­phis und Mem­phis Buch­schrift mit halb­fet­ter Aus­zeich­nung; dazu gesel­len sich die schma­len Schnitte magere Memphis‐Universal, halb­fette Memphis‐Universal und fette Memphis‐Universal; schließ­lich wird die Schrift­fa­mi­lie durch die bei­den Dis­play­schnitte Memphis‐Luna mit einer drei­di­men­sio­na­len Anmu­tung und die kon­tu­rierte Lichte Mem­phis ver­voll­stän­digt.

Der über­wäl­ti­gende Erfolg der Mem­phis führte damals zu einer wah­ren Flut seri­fen­be­ton­ter Linearan­ti­quas, weil die ande­ren gro­ßen Schrift­gie­ße­reien (Lino­type, Mono­type, Bert­hold) ver­such­ten, mit ähn­li­chen Schrif­ten zu kon­kur­rie­ren.

Die Hintergrundinformationen und Schriftbeschreibung entstammt dem Buch ›The Visual History of Type‹ von Paul McNeil.
Hochaufgelöste Fotos findest Du auf flickr.

 

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Neulich auf dem Fischmarkt

Durch Klick auf das Foto gelangst Du zu wei­te­ren Fisch­markt­mo­ti­ven auf mei­nem flickr‐Account.

Er ist Kult und ein Stück Hamburg, das jeder kennt: Der ­Fischmarkt. Hier trifft der Nacht­schwärmer auf den erwartungsfrohen Touristen und auf die Frau von ­nebenan, die vollgestopfte Gemüsetaschen nach Hause schleppt. An jeder Ecke über­tönen sich stimmgewaltige Marktschreier und ­locken Schau­­lustige an ihre Stände.

Mich inter­es­sierte, wie der Platz, auf dem der Fisch­markt statt­findet, sei­nen Cha­rak­ter ver­än­dert. Jede Stunde ist anders: Der Auf­bau um vier Uhr in der Frühe bei Neon­licht. Der ­rum­me­lige Hoch­be­trieb, wenn sich ­Men­schen­mas­sen durch schmale Gänge schie­ben. ­Müll­berge gegen Ende, gespeist durch leere ­Stei­gen, und flan­kiert von unzäh­li­gen ­Ausschussware‐Jägern. Und schließ­lich der Kehr­aus der städ­ti­schen Müll­reinigung.

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Bücher und Karotten

Nicht nur die Verlagsbranche ist alarmiert: die Anzahl der Menschen, die überhaupt noch lesen, ging in den vergangenen fünf Jahren dramatisch zurück.

Ist der Nie­der­gang des Lesens ange­sichts der Ver­lo­ckun­gen von face­book, insta­gram und Co. bereits besie­gelte Tat­sa­che? Wie steht es um die Lese­fä­hig­keit und Selbst­re­fle­xi­on von Schü­lern und jun­gen Erwach­se­nen? Wel­che Bedeu­tung hat es für die Demo­kra­tie, wenn das Lesen durch den pas­si­ven Kon­sum vor­ge­fer­tig­ter Bil­der ver­drängt wird? Der auf­schluss­rei­che Pod­cast des Zeitfragen‐Magazins Ver­lags­bran­che im Wan­del – Bleibt das Buch auf der Stre­cke beleuch­tet das Kul­tur­gut Buch und die Kul­tur­tech­nik Lesen mit vie­len Stim­men aus der Verlags‐ und Buch­händ­ler­bran­che (30 Minu­ten).

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Blanco – eine feine Satzschrift aus Down Under

Dass nicht nur etablierte Schriftdesigner hochwertige Schriften entwickeln, beweisen immer wieder angehende Schriftgestalter aus dem Masterstudiengang Type and Media in Den Haag. 2012 wurde ich auf eine wunderschöne Serifenschrift aufmerksam, gezeichnet vom Absolventen Dave Foster. Blanco erinnerte mich ein wenig an Lyon Text, Tiempos und Plantin, besaß aber einen eigenen Charakter mit gut ausbalancierten Kontrasten und einem klaren Schriftbild. Nachdem die Schrift in der Schublade verschwanden war und Dave als Schriftgestalter bei einigen der wichtigsten Typefoundries gearbeitet hatte, nahm er sich der Blanco noch einmal an. Er überarbeitete das Design der Schriftfamilie von A bis Z, baute den Umfang aus und optimierte sie für die Lesbarkeit am Bildschirm. Blanco ist gerade zum Relaunch von Daves Website erschienen. Vorhang auf für eine großartige Satzschrift!

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Schriftmuster der Pro Arte von Max Miedinger

Das waren Zeiten, als Schriftmuster noch aufwendig gestaltet und sogar gedruck wurden. Nun gut, Schriften werden natürlich noch immer attraktiv inszeniert und manchmal auch gedruckt. Aber selten ist der Schriftschöpfer zugleich Gestalter des Schriftmusters, wie in diesem Fall.

Der Helvetica‐Vater Max Mie­din­ger schuf 1954 eine rein ver­sale Ita­li­enne für Wer­bung und Ver­kauf. Das mehr­far­bige Schriftmuster‐Prospekt der Haas’schen Schrift­gie­ße­rei AG führt viele Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten vor Auge. Im Vor­wort heißt es: »Ob sie nun in schwar­zer oder bun­ter Farbe, für Zeit­schrif­ten, Geschäfts‐ und Ein­la­dungs­kar­ten, Pro­spekte, Buch­ti­tel, Brief­bo­gen, Pro­gramme, Spei­se­kar­ten und dgl. ver­wen­det wird: Über­all ergibt die Schrift reiz­volle Wort­bil­der und inter­es­sante Kon­traste mit der gleich­zei­tig gezeig­ten Text­schrift.«

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Dem attraktiven Et‐Zeichen auf der Spur

Eines der formal attraktivsten Schriftzeichen fristete in vielen Fonts ein trauriges Dasein: das Et‐Zeichen (&). Früher gab es davon wunderschöne Formvarianten, oft auch parallel in einem Text verwendet. Zur Freude der Typografen bieten einige Fonts mittlerweile wieder sehr verspielte Et‐Zeichen.

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Schriftmuster der Breite Fette Information

Die Breite Fette Information brachte Stempel 1958 als Display‐Ergänzung zur serifenlosen Schriftfamilie Information auf den Markt. Ihr Schöpfer war der Grafiker und Schrifgestalter Friedrich Karl Sallwey. Die Information‐Schriftfamilie hieß ursprünglich Reform‐Grotesk B und erschien Ende der 1920er / Anfang der 1930er Jahre bei der Gebrüder Klingspor Schriftgießerei Offenbach in 12 Schnitten.

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Von Gänsefüßchen und Deppenapostrophen

In meinem neuen FontShop‐Blogartikel kommen die kleinsten Zeichen ganz groß raus. Die Rede ist von den Interpunktionen: Komma, Strichpunkt, Punkt, Doppelpunkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Klammern, Schrägstrich, Bindestrich und Gedankenstrich. Dort erfahrt ihr, warum diese Satzzeichen für das Textverständnis so wichtig sind und wie sie typografisch richtig gesetzt werden. Tschüss Deppenapostroph!

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