Unsere Lese‐Zukunft

Vorbei sind die Zeiten, als man lange Texte aus dem Internet oder einem PDF ausdrucken musste, um sie überhaupt lesen zu wollen. Mittlerweile lesen wir ganz selbstverständlich kurze und lange Texte auf Bildschirmen aller Größen. Laut Gerard Unger wurde 2010 weltweit erstmals mehr auf dem Bildschirm gelesen, wie auf Papier.

Es ist nicht nur den höher auf­lö­sen­den LCD‐Monitoren zu ver­dan­ken, dass die Qua­li­tät der Schrift­dar­stel­lung auf Bild­schir­men in den letz­ten 15 Jah­ren nach und nach bes­ser wurde. Und tat­säch­lich ist es auch nicht Apple alleine, die mit dem iPad und iPhone neue Dimen­sio­nen der Bild­schirm­ty­po­gra­fie und Schrift­dar­stel­lung ermög­lich­ten. Weg­wei­sen­der Pio­nier bei der Schriftrendering‐Technologie war Micro­softs Typografie‐Team um des­sen ehe­ma­li­gen Chef Bill Hill. Der Schotte war zunächst Zeitungs‐Journalist und inter­es­sierte sich Anfang der 1980er Jahre für das, noch in den Kin­der­schu­hen ste­ckende, Desktop‐Publishing. Er wurde einer der ers­ten euro­päi­schen Mit­ar­bei­ter der Aldus Coor­po­ra­tion (die »Älte­ren« erin­nern sich noch an Page­Ma­ker). 1994 kam er zu Micro­soft und beein­flusste nach­hal­tig die Ent­wick­lung und For­schung von Schriftrendering‐Technologie und Les­bar­keit am Bild­schirm. Er ist Co‐Erfinder von Clear­Type und gewann Mat­thew Car­ter für die Gestal­tung und Pro­gram­mie­rung der Bildschirm‐optimierten Schrif­ten Geor­gia und Ver­dana. Unter sei­ner Feder­füh­rung wurde 2007 die MS Clear­Type Font‐Collection (Cali­bri, Cam­bria, Can­dara, Con­so­las, Con­stan­tia, Cor­bel) ver­öf­fent­licht.

Bill Hills Web­log beschäf­tigt sich mit Les­bar­keit (Reada­bi­lity) auf dem Bild­schirm, Typo­gra­fie, Web‐Publishing via eBooks, iPads und PC‐Browsern. Meine Emp­feh­lung: den Voll­bild­mo­dus ein­schal­ten.