F***ing Fake Fabriken

Die Produktion und Verbreitung von Fake News ist ein riesiges Geschäft. Doch nicht erst seit Trumps Wahlkampf haben Lügen Hochkonjunktur. Früher war die Lüge das Monopol der Mächtigen. Dank social media wurde die Desinformation demokratisiert: Jeder kann heute »alternative Wahrheiten« verbreiten und ein breites Publikum erreichen. Nicht immer stecken ideologische oder radikal-politische Absichten dahinter. Oft geht es einfach nur ums Geldmachen, so wie im mazedonischen Städtchen Veles, das als »Stadt der Lügen« berühmt wurde. Dort entstanden 2016 über 140 Fake News Websites, die darauf abzielten, Einfluss auf den US-Wahlkampf zu nehmen, um damit Werbeeinnahmen über facebook & co zu generieren.

»Desinformation versucht das Nachrichtenökosystem zu vergiften […]. Sie reduziert das Vertrauen in Institutionen aller Art und bringt Menschen dazu, der Politik entweder völlig zu entsagen oder sich starken Führern zuzuwenden.«

Ethan Zuckerman, Direktor des Center for Civic Media at MIT

In seinem Podcast-Feature Fake-Fabriken* klärt Tom Schimmeck auf, was Fake News eigentlich sind und spricht mit Wissenschaftlern, Journalisten, Fake News Machern und Konsumenten. Bei mir bleibt ein mulmiges Gefühl zurück, wenn ich höre, dass viele Menschen geradezu süchtig sind nach Verschwörung und Empörung einerseits und dass die Demokratie unter der Last der Fake News zu zerbröseln droht.

Weitere Links zum Thema:
Veles, »Stadt der Lügen«; Artikel in der ZEIT Online vom 18.12.2016

Post-Truth, Buch von Lee McIntyre; Buchbesprechung des Anfang 2018 erschienenen Titels über den Begriff des »Postfaktischen«

* Das NDR-Radio-Feature Fake Fabriken kann bis 18.11.2019 angehört und heruntergeladen werden.

Soundeffekte in der Popmusik

Was Photoshopfilter für visuelle Gestalter sind, sind Soundeffekte für Musiker, DJs und Sound‐Designer: eine unendliche Quelle zur Erzeugung spezifischer Klangwelten. Natürlich sind solche Effekte immer auch Ausdruck von Lifestyle und kultureller Abgrenzung. In diesem Radiofeature erzählen Musiker, Produzenten, Sound‐Designer und Pop‐Journalisten spannende Geschichten über die Rolle und Wirkung von Soundeffekten in Pop und Kultur.

Tipps zum Kauf der passenden Kamera*

Möchtest Du Fotografie lernen und Dein Smartphone gegen eine richtige Kamera tauschen? Fein. In diesem Artikel findest Du Anregungen, was bei der Entscheidung für eine Kamera wirklich eine Rolle spielt. Vergiss das Marketinggeschwätz von Megapixeln, hohen ISO-Werten und Sensorformaten.

Anmerkung: Ich bin kein Profi-Fotograf, sondern schreibe aus Sicht eines begeisterten Hobby-Fotografen. Meine Themenschwerpunkte sind Straßenfotografie und Stadtlandschaften.

Während der vorletzten Apple Keynote jubelte das Publikum, als bei den neuen iPhones ein fotografisches Superfeature vorgestellt wurde. Der Benutzer kann die Schärfentiefe im fertigen Foto nachträglich verändern und so Personen oder Objekte durch Weichzeichnung des Hintergrunds freistellen. Die Weichzeichnung nennt man Bokeh und war bis dato eines der Pro-Kaufargumente für Systemkameras. Warum soll man sich überhaupt noch eine »richtige« Kamera zulegen, wenn die Smartphones schon so nah dran sind? Für Nicht-Profis ist es tatsächlich unübersichtlich, sich im Kameramarkt zurecht zu finden. Die Hersteller übertreffen sich jedes Jahr bei den Megapixelzahlen. Unter dem Stichwort Sensorformat tummeln sich verschiedene Klassen von Micro Four Thirds (MFT), über APS-C, Mittelformat bis hin zum Vollformat. Astronomisch hohe ISO-Werte ermöglichen nahezu rauschfreie Aufnahmen bei Dunkelheit. Bigger sounds better. Stimmt. Auf dem ersten Blick. Doch sind diese technischen Details wirklich eine Garantie, dass Du tolle Fotos machen kannst?

Die raffinierteste Kamera wird Dir nichts nützen, wenn Du Dein Auge nicht schulst und einen fotografischen Blick entwickelst. Ohne Bildidee ist jedes Foto langweilig, egal wie toll die Kamera ist. Wenn Du nur im Automatikmodus fotografierst, nutzt Du ungefähr 5 Prozent der Möglichkeiten, die in einer Kamera stecken und kannst Deine Fähigkeiten kaum verbessern. Daher solltest Du Dich unbedingt mit den fotografischen Grundlagen vertraut machen. Die vier Bausteine eines guten Fotos sind Perspektive, Schärfe, Belichtung und Komposition. Hierzu empfehle ich das hervorragende Grundlagenbuch Die kreative Fotoschule von Markus Wäger. Wenn von bigger-is-better-Fähigkeiten der Kameras die Rede ist, wird eine Tatsache unter den Tisch gekehrt: alle aktuellen Kameras (auch Kompaktkameras mit fest verbauten Objektiven) bieten soviel Leistung, dass Du damit perfekte Fotos machen kannst.

Bevor Du Dir eine neue Kamera zulegst, solltest Du Dir zuerst einmal klar sein, was Du fotografieren möchtest. Denn jedes Genre hat seine typischen Motive und bestimmte Anforderungen an die technische Ausstattung oder Kameragröße. Der Landschaftsfotograf bedient sich oft weitwinkliger Objektive, um Panoramen abzubilden. In der Tierfotografie sind extreme Telebrennweiten gefragt, um Tiere aus großer Entfernung einzufangen. In der Straßenfotografie möchte man sich möglichst unauffällig am Geschehen bewegen und bevorzugt eher kleine Kameras. Wer sich noch nicht sicher ist, welche Themen für ihn infrage kommen, der findet in unzähligen Fotoblogs, bei instagram oder auf youtube jede Menge Inspiration.

Tanz der Molekühle. EisArena, Planten un Blomen; Olympus 25mm F1.8

Sind die fotografischen Themen klar, bist Du schon einen großen Schritt weiter. Herzlichen Glückwunsch! Denn damit stehen die wichtigsten Kriterien, was die Kamera leisten muss. Inspiriert von Robing Wongs Blogartikel 5 Important Criteria of Camera To Consider Besides High ISO and Megapixel Count beschreibe ich im Folgenden die 5 wichtigsten Anforderungen an meine Kamera. Diese Punkte sind lediglich ein Beispiel. Sie sind nicht allgemeingültig und sehr wahrscheinlich wird sich Deine Liste davon unterscheiden.

1. Schneller, präziser Autofokus

Straßenfotografie ist eine ungestellte Momentaufnahme im Alltag. Sie lebt von spontanen Geschehen und hält den besonderen Moment fest. Das Foto nahm ich nach dem Ende des Fischmarktes auf. Ein Laster fährt an und die auf dem Dach stehenden Möwen schwingen sich in die Luft empor. Zwei Möwen bleiben zunächst auf dem wackelnden Gefährt stehen, bevor sie Sekundenbruchteile später den anderen folgen. Ich hätte keine Chance gehabt, den Fokus in der Szene manuell zu setzen und war froh, dass ich mich auf den präzisen, schnellen Autofokus verlassen konnte. Ich mache mir darüber keine Gedanken mehr, weil der Autofokus zuverlässig arbeitet und bei 80 % der Aufnahmen sitzt.

Möwen zu Gast beim Hamburger Fischmarkt. Das Foto habe ich mit dem 14–42mm 1:3.5-5.6 EZ Olympus Pancake geschossen.

 

2. Bild-Stabilisierung

Ich fotografiere draußen frei aus der Hand und habe noch nie ein Stativ verwendet. Mir ist das einfach zu sperrig und zu unflexibel. Da meine Kamera einen leistungsfähigen 5-Achsen-Bildstabilisierung besitzt, ist das tagsüber auch nicht nötig. In der Praxis bietet mir die Bildstabilisierung 3 Vorteile:

  • Ich kann unverwackelte und scharfe Fotos schießen, einen präzise gesetzten Fokus vorausgesetzt.
  • Ich kann mit relativ langen Belichtungszeiten von 1/20 sek. Bewegungen festhalten, während das Setting scharf ist.
  • Ich kann das ISO-Rauschen verringern und somit die Bildqualität verbessern. Anstelle von 1/50 sek. bei ISO 1.600 sind mithilfe der Bildstabilisierung 1/10 sek. bei ISO 400 möglich.

Frei aus der Hand geschossenes Motiv, Belichtungszeit: 1/40 sek. Olympus 25mm F1.8

 

3. Qualität und Auswahl der Objektive

Bei den Systemkameras (mit und ohne Spiegel) handelt es sich um Zwei-Komponenten-Systeme, bestehend aus dem Kamerabody und dem Wechsel-Objektiv. Die Bildqualität hängt nicht nur von der Sensorformat ab, was sich in der Megapixelzahl ausdrückt. Entscheidend ist die Abbildungsqualität des Objektivs. Dazu zählen Schärfe, geringe Verzerrungen zu den Rändern hin, die Lichtstärke und das Bokeh. Zusammen bilden diese Eigenschaften einen spezifischen Look and Feel, das die Bildästhetik wesentlich mit prägt.

Für den Einstieg in ein Kamerasystem bieten alle Hersteller sogenannte Kit-Pakete an. Der Kamerabody wird zusammen mit einem günstigen Zoom-Objektiv gebundelt, das i.d.R. eine Brennweite vom Weitwinkel (18 mm) bis zu einer normalen Brennweite (55 mm) oder leichtem Tele (105 mm) abdeckt. Diese Kit-Objektive haben eher einen schlechten Ruf, weil die Bildqualität nicht besonders gut ist. Für den Fotografie-Neuling sind die Bundles eine preislich attraktive Möglichkeit, die Kamera kennenzulernen und mit dem flexiblen Zoomobjektiv viele Erfahrungen zu sammeln. Früher oder später kommt dann die Frage nach einem größeren Brennweitenbereich oder nach einer hochwertigeren Linse. Daher ist es empfehlenswert, sich bereits vor der Entscheidung für eine Marke / Kamerasystem zu informieren, ob alle wichtigen Brennweiten von den Objektiven abgedeckt sind und wie es um die optische Qualität steht. Festbrennweiten sind zwar unflexibler als Zoomobjekteive, bieten dafür aber eine sehr hohe Abbildungsqualität. Welche Festbrennweite unverzichtbar ist, ist individuell verschieden und hängt unter anderem von den bevorzugten Bildmotiven ab.

Das Foto vom Medienhafen Düsseldorf habe ich mit einem Olympus 25mm F1.8 Objektiv aufgenommen. Es ist selbst bei Offenblende knack scharf und zeigt nur geringe Verzeichnungen.

 

Die Hersteller bieten neben den Kit-Objektiven auch hochwertige Premium-Zoomgläser an, die professionellen Ansprüchen genügen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Bildqualität, durch eine hohe oder durchgängige Lichtstärke aus und sind oft für den Einsatz im Freien staub- und spritzwassergeschützt. Diese Qualität hat aber ihren Preis.

Hier und da kann man den Spruch lesen, dass man lieber das Geld in gute Objektive steckt, als in den Kamerabody. Da ist definitiv was dran.

Diese Aufnahme entstand in Grömitz an der Ostsee mit einem Olympus 45mm F1.8 Objektiv. Es ist, wie auch die 25mm Linse lichtstark, sehr scharf und in Sachen Preisleistung das wohl interessanteste aller Olympus-Objektive.

 

4. Kameraergonomie und Bedienung

Blogartikel und Kamera-Rezensionen sind zwar hilfreich, können aber nicht wirklich vermitteln, wie sich eine Kamera anfühlt. Ja, richtig. Für mich muss die Kamera gut in der Hand liegen. Das Material, egal ob Metal oder Kunststoff soll sich gut anfühlen und der Hand schmeicheln. Zudem spielt die Ausbalancierung (abhängig vom verwendeten Motiv) und das Gewicht eine wichtige Rolle. Und dann ist da noch der Griff, der einen sicheren Halt bieten sollte.

Außerdem wäre es klasse, wenn die Bedienelemente so angeordnet sind, dass man die Kamera leicht und intuitiv bedienen kann. Bei meiner Olympus OM-D MK 10 II sind die Einstellräder oben aus Metal gefertigt und haben einen leichten Widerstand beim Drehen. Da verstellt sich nichts aus Versehen. Es macht einfach Laune, dass sich die Einstellräder so wertig anfühlen. Tasten und Knöpfe können winzig und fummelig sein oder sie haben die richtige Größe, einen guten Druckpunkt und lassen sich ohne Probleme bedienen.

Die Einstellräder der OM-D MK 10 II sind auch dann bequem bedienbar, wenn man sie blind bedient, weil man gerade durch den Viewfinder guckt.

 

Aus meiner Sicht ist ein guter Viewfinder goldwert. Mit dessen Hilfe wählt man den Ausschnitt gezielt und fotografiert präziser als mittels Display. Das Fehlen eines Viewfinders ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich das Fotoerzeugen mit einem Smartphone als Knipserei sehe.

Ein letzter Punkt, der oft vernachlässigt wird, ist die Benutzerführung im Kameramenü und dessen Komplexität. Wenn zentrale Einstellungen wie Belichtungs-Messmethode oder Fokusierungsart in den Tiefen der Untermenüs versteckt sind, kann schnell Frust aufkommen. Es soll jede Menge Fotografen geben, die an der Überkomplexität und Optionenvielfalt derart verzweifelt sind, dass sie die neue Kamera nach kurzer Zeit frustriert eingemottet haben.

Bevor Du Dich auf die vermeintlich perfekte Kamera festlegst, empfehle ich Dir, das infrage kommende Gerät beim Händler in die Hand zu nehmen, um dafür ein Gefühl zu bekommen.

5. Das Immer-dabei-haben-wollen-Gefühl

Der letzte meiner Punkte ist subjektiver Natur. Welche Kamera ist die Beste? Die, die man am liebsten in die Hand nimmt und einfach gerne spontan einpackt, egal ob beim Spaziergang in der Stadt, bei der Wanderung im Grünen oder bei einem Treffen mit Freunden oder Familie. Deshalb ist für mich die Kompaktheit und das Gewicht eines der wichtigsten Kriterien. Ich bemitleide Besitzer von großen Spiegelreflex-Kameras mit monströsen Objektiven. Meine Olympus OM-D Kamera ist so kompakt, dass sie mit dem 14–42mm Pancake Objektiv locker in die Jackentasche passt. Mit gerade mal 650 Gramm ist das System ein Fliegengewicht. Selbst mit dem 25mm oder 45mm Objektiv ist die Kamera noch klein und belastet meine Schultern auch nach Stunden nicht. Zugegeben, die Kamera ist so winzig, dass ich mir den optionalen Griff zugelegt habe.

Fazit

Bei der Suche nach der passende Kamera kannst Du Dich weder auf Empfehlungen von Freunden, Fotobloggern oder gar Verkäufer im Laden verlassen. Welches Model zu Dir passt, kannst Du nur herausfinden, wenn Dir klar bist, was Du fotografieren möchtest. Es gibt einfach keine Kamera, die alles perfekt kann.
* Die Überschrift dieses Artikels möchte ich hier ergänzen: Mit welcher Kamera habe ich Spaß und kann mich damit weiterentwickeln? Lieber klein anfangen, viel üben und später erst auf ein größeres Modell umsteigen.

Weiter Fotos von mir gibt’s auf flickr zu sehen.

Bücher und Karotten

Nicht nur die Verlagsbranche ist alarmiert: die Anzahl der Menschen, die überhaupt noch lesen, ging in den vergangenen fünf Jahren dramatisch zurück.

Ist der Nie­der­gang des Lesens ange­sichts der Ver­lo­ckun­gen von face­book, insta­gram und Co. bereits besie­gelte Tat­sa­che? Wie steht es um die Lese­fä­hig­keit und Selbst­re­fle­xi­on von Schü­lern und jun­gen Erwach­se­nen? Wel­che Bedeu­tung hat es für die Demo­kra­tie, wenn das Lesen durch den pas­si­ven Kon­sum vor­ge­fer­tig­ter Bil­der ver­drängt wird? Der auf­schluss­rei­che Pod­cast des Zeitfragen‐Magazins Ver­lags­bran­che im Wan­del – Bleibt das Buch auf der Stre­cke beleuch­tet das Kul­tur­gut Buch und die Kul­tur­tech­nik Lesen mit vie­len Stim­men aus der Verlags‐ und Buch­händ­ler­bran­che (30 Minu­ten).

Luther und der Buchdruck

Am 31. Oktober 1517 – heute vor genau 500 Jahren – veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses. Der Überlieferung nach schlug er seine Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche und schickte sie mit Briefen an kirchliche Vorgesetzte. Dank des damals bereits etablierten Buchdrucks konnten sich die Thesen rasch im ganzen Land verbreiten.

Schrift und ihre soziokulturellen Auswirkungen

Vor der Erfin­dung der Schrift war die mensch­li­che Kul­tur auf die Leis­tungs­fä­hig­keit des Gedächt­nis­ses beschränkt. Eine kleine, eli­täre Gruppe von Pries­tern, Drui­den und Scha­ma­nen bewahrte das Wis­sen, tra­dierte es und gab es wei­ter. Mit der Schrift­ent­wick­lung ließ sich zuvor münd­lich über­lie­ferte Kul­tur in Stein, auf Papy­rus, Per­ga­ment, oder spä­ter Papier, fest­hal­ten (1). Der Mensch besaß nun einen »aus­ge­la­ger­ten« Spei­cher. Durch die Nie­der­schrif­ten von Wis­sen konn­ten Schrift­ge­lehrte an zeit­lich oder räum­lich ent­fern­ten Erfah­run­gen teil­ha­ben und diese ver­brei­ten. Infol­ge­des­sen führ­ten nun auch kom­ple­xere Orga­ni­sa­tio­nen der sozia­len Gemein­schaf­ten zur Bil­dung von Stadt­staa­ten und Beam­ten­bü­ro­kra­tien.

Zu Beginn blieb die Ver­brei­tung schrift­lich fixier­ter Infor­ma­tio­nen in ihrer räum­li­chen, zeit­li­chen und sozia­len Dimen­sion sehr begrenzt. Die Kos­ten für hand­ge­schrie­bene Manu­skripte waren außer­or­dent­lich hoch. Erst die Erfin­dung des Buch­drucks im 15. Jahr­hun­dert ver­än­derte alles. Inner­halb kür­zes­ter Zeit gin­gen aus ihm zwei wesent­li­che Wir­kungs­be­rei­che her­vor: der tech­no­lo­gi­sche und der sozio­kul­tu­relle. Für die Tech­nik der Neu­zeit wurde der Buch­druck zum ers­ten Modell arbeits­tei­li­gen, indus­tri­el­len Pro­du­zie­rens. Ande­rer­seits bat die Ver­viel­fäl­ti­gung nun die Mög­lich­keit, welt­li­che, kirch­li­che und wis­sen­schaft­li­che Texte der Eli­ten zu ver­brei­ten. Diese mas­sen­haft publi­zier­ten Texte erschüt­ter­ten die Welt in ihrer alten Ord­nung (2).

Mar­shall McLu­han sprach von der »Gutenberg‐Galaxis« um der Bedeu­tung die­ser tech­ni­schen Erfin­dung Nach­druck zu ver­lei­hen. Mit dem Buch­druck konnte man sei­ner­zeit Gedruck­tes in unvor­stell­ba­rer Geschwin­dig­keit, Menge und zu güns­ti­gen Prei­sen her­stel­len (3). Damit wurde das Mono­pol der Klos­ter­bi­blio­the­ken und des Adels gebro­chen. Der kleine Markt der Latein‐sprechenden und -lesen­den Bil­dungs­elite reichte bald nicht mehr aus, um das Ange­bot an Büchern abzu­de­cken. Ein drin­gen­des Bedürf­nis nach natio­na­len Schrift­spra­chen und einem ent­spre­chen­den natio­na­len Buch­markt formte sich. Mit der Ent­wick­lung von öko­no­misch güns­ti­gen Büchern ent­stan­den große Lai­en­le­se­ge­mein­schaf­ten, die kein Latein spra­chen und lasen. Die neu ent­stan­de­nen Gemein­schaf­ten ent­wi­ckel­ten sich all­mäh­lich zu natio­na­len Sprach‐ und Lese­ge­mein­schaf­ten (4).

Luthers Einfluß auf die deutsche Sprache

Mar­tin Luther ver­dankt sein ein­fluss­rei­ches Wir­ken vor allem der Druck­kunst: 1522 über­setzte er die Bibel aus dem Latei­ni­schen ins Deut­sche, und führte Sprach­be­griffe ver­schie­de­ner natio­na­ler Dia­lekte zu einer ein­fa­che­ren und all­ge­mein ver­ständ­li­chen »deut­schen Spra­che« zusam­men. Wort­schöp­fun­gen wie »Macht­wort«, »fried­fer­tig« oder »Läs­ter­maul« gehen auf ihn zurück. Mit Hilfe des Buch­drucks ver­brei­tete er seine refor­ma­to­ri­schen Ideen in sei­ner grif­fi­gen deut­schen Spra­che, so dass sich heute Ham­bur­ger und Bay­ern – über­wie­gend – des­sel­ben Wort­schat­zes bedie­nen (5)

1. otl aicher. typographie. Verlag Ernst & Sohn, Berlin
1988. S.78
2. Claus W. Gerhardt. Geschichte der Druckverfahren.
Teil 2 – Der Buchdruck. Stuttgart 1975. S.5
3. Ebd. S.10
4. Peter Ludes. Einführung in die Medienwissenschaft. Erich Schmidt Verlag. Berlin 1998. S.79
5. Wem hat Luther „aufs Maul geschaut“? [aufgerufen am 31.10.2017]

Logo Trends 2017

Bill Gard­ner von Logo­Lounge blickt zurück auf inter­na­tio­nale Logo‐Entwürfe der letz­ten Monate und nennt drei Mega­trends:

  • Last year, sim­pli­city ruled the roost, and it still does.
  • Stri­pes have appeared in mas­sive abundance, being used in con­centric cir­cles, let­ter­forms, and pat­terns to indi­cate move­ment, like che­vrons, zig zags, and waves.
  • Geo­me­try is really com­ing in to play.

Hier gibt’s die Über­sicht der Logo­de­sign­trends 2017.

Fake News? Achtung, Fakten!

Verschwörungstheorien sind kein neues Phänomen aber sie haben Hochkonjunktur. Durch soziale Netze befeuert, breiten sich Ideen aus, egal wie widersprüchlich und unglaubwürdig sie sind: Sogenannte Reichsbürger behaupten, die Bundesrepublik Deutschland existiere gar nicht. US‐Präsident Trump torpediert Medien und Gesellschaft mit Fake News. Die Brexit‐Befürworter haben Ihre Anti‐Europa‐Kampagne ganz bewusst mit falschen Fakten geführt.

Im Bay­ern 2‐Thementag dreht sich heute alles um das Thema Ver­schwö­run­gen. Wie funk­tio­nie­ren Ver­schwö­run­gen, wer pro­fi­tiert davon, wie kann man sie am bes­ten ent­lar­ven?

Fake World – »Lügen haben lange Beine«
Manu­skript zur BR2‐Sendung Jazz & Poli­tik vom 4.3.2017

Wer­te­zer­fall – Zur Glaub­wür­dig­keit von Poli­tik und Medien in »post­fak­ti­schen« Zei­ten
Pod­cast der Reihe SWR2 Wis­sen Aula vom 26.2.2017

Trans­me­dia­les Pro­jekt »Die Welt­herr­schaft«
Ver­schwö­rungs­theo­rien nach­voll­zie­hen und selbst zusam­men­stel­len

Unsere tägliche Illusion gib uns heute

»Diese Bilder lügen« lautet der Titel des sehr empfehlenswerten Dossiers in der aktuellen ZEIT. Ein Blick hinter die Kulissen der Medienbranche zeigt, wie heute Bilder inszeniert und bearbeitet werden, warum dies geschieht und wie sehr ethische Grenzen in der Frage nach Echtheit verschwimmen.

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Eleganter von B bis Z.

Marketing ist alles. Das weiß auch Apple – Meister im Verkaufen. Dem aktuellen Betriebssystem Yosemite haben die Produktverantwortlichen und Designer eine neue Schrift beschert: Helvetica. Bereits von iOS bekannt, ärgert die Schrift nun auch den einen oder anderen Benutzer auf Desktop‐ und Laptoprechnern.

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