Schriftmuster der bahnbrechenden Memphis

Die Schriftfamilie Memphis ist die erste geometrische serifenbetonte Linearantiqua und markiert somit einen Meilenstein in der Schriftgestaltung. Dr. Rudolf Wolf entwarf die Schrift 1929 für Stempel und vereinte in ihr die Kraft, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts populären Egyptienne‐Schriften, mit der technischen, geometrischen Klarheit von Futura und Co.

Die Mem­phis besticht durch mono­li­neare Buch­sta­ben mit einer küh­len, tech­ni­schen Aus­strah­lung. Für den tech­nisch glat­ten Ein­druck ver­dünnte Wolf die Strich­stär­ken der Kur­ven mini­mal an den Über­gän­gen zu den Stäm­men und Seri­fen. Zudem zeich­nete er die Seri­fen ein wenig fei­ner als die Stämme und ver­wen­dete sym­me­tri­sche Seri­fen.

 

Die Mem­phis zählt ein paar cha­rak­te­ris­ti­sche Buch­sta­ben, anhand derer sie sich gut von ähn­li­chen Egyp­ti­en­nes (z.B. Beton, Sty­mie, Rock­well) unter­schei­den lässt:

  • Das große und kleine »o« sind per­fekte Kreis­for­men ohne opti­sche Anpas­sung.
  • Die gebo­gene Unter­länge des klei­nen »g« ist kurz und flach, ähn­lich wie der Fuß des klei­nen »t«.
  • Das kleine »r« besitzt als Trop­fen einen Kreis, der for­mal auf Egyp­ti­en­nes aus dem 19. Jahr­hun­dert ver­weist.
  • Der Stamm des klei­nen ein­bäu­chi­gen »a« besitzt oben und unten eine Serife.
  • Die Unter­länge des klei­nen »y« schließt mit einer fla­chen Seri­fen nach links und rechts ab.

Das als Falt­blatt gestal­tete Schrift­mus­ter stellt die kom­plette Fami­lie mit 13 Schnit­ten vor: Zarte Mem­phis, Magere Mem­phis und ent­spre­chende Kur­sive, Halb­fette Mem­phis und ent­spre­chende Kur­sive, Fette Mem­phis und Mem­phis Buch­schrift mit halb­fet­ter Aus­zeich­nung; dazu gesel­len sich die schma­len Schnitte magere Memphis‐Universal, halb­fette Memphis‐Universal und fette Memphis‐Universal; schließ­lich wird die Schrift­fa­mi­lie durch die bei­den Dis­play­schnitte Memphis‐Luna mit einer drei­di­men­sio­na­len Anmu­tung und die kon­tu­rierte Lichte Mem­phis ver­voll­stän­digt.

Der über­wäl­ti­gende Erfolg der Mem­phis führte damals zu einer wah­ren Flut seri­fen­be­ton­ter Linearan­ti­quas, weil die ande­ren gro­ßen Schrift­gie­ße­reien (Lino­type, Mono­type, Bert­hold) ver­such­ten, mit ähn­li­chen Schrif­ten zu kon­kur­rie­ren.

Die Hintergrundinformationen und Schriftbeschreibung entstammt dem Buch ›The Visual History of Type‹ von Paul McNeil.
Hochaufgelöste Fotos findest Du auf flickr.

 

Blanco – eine feine Satzschrift aus Down Under

Dass nicht nur etablierte Schriftdesigner hochwertige Schriften entwickeln, beweisen immer wieder angehende Schriftgestalter aus dem Masterstudiengang Type and Media in Den Haag. 2012 wurde ich auf eine wunderschöne Serifenschrift aufmerksam, gezeichnet vom Absolventen Dave Foster. Blanco erinnerte mich ein wenig an Lyon Text, Tiempos und Plantin, besaß aber einen eigenen Charakter mit gut ausbalancierten Kontrasten und einem klaren Schriftbild. Nachdem die Schrift in der Schublade verschwanden war und Dave als Schriftgestalter bei einigen der wichtigsten Typefoundries gearbeitet hatte, nahm er sich der Blanco noch einmal an. Er überarbeitete das Design der Schriftfamilie von A bis Z, baute den Umfang aus und optimierte sie für die Lesbarkeit am Bildschirm. Blanco ist gerade zum Relaunch von Daves Website erschienen. Vorhang auf für eine großartige Satzschrift!

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Schriftmuster der Pro Arte von Max Miedinger

Das waren Zeiten, als Schriftmuster noch aufwendig gestaltet und sogar gedruck wurden. Nun gut, Schriften werden natürlich noch immer attraktiv inszeniert und manchmal auch gedruckt. Aber selten ist der Schriftschöpfer zugleich Gestalter des Schriftmusters, wie in diesem Fall.

Der Helvetica‐Vater Max Mie­din­ger schuf 1954 eine rein ver­sale Ita­li­enne für Wer­bung und Ver­kauf. Das mehr­far­bige Schriftmuster‐Prospekt der Haas’schen Schrift­gie­ße­rei AG führt viele Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten vor Auge. Im Vor­wort heißt es: »Ob sie nun in schwar­zer oder bun­ter Farbe, für Zeit­schrif­ten, Geschäfts‐ und Ein­la­dungs­kar­ten, Pro­spekte, Buch­ti­tel, Brief­bo­gen, Pro­gramme, Spei­se­kar­ten und dgl. ver­wen­det wird: Über­all ergibt die Schrift reiz­volle Wort­bil­der und inter­es­sante Kon­traste mit der gleich­zei­tig gezeig­ten Text­schrift.«

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Schriftmuster der Breite Fette Information

Die Breite Fette Information brachte Stempel 1958 als Display‐Ergänzung zur serifenlosen Schriftfamilie Information auf den Markt. Ihr Schöpfer war der Grafiker und Schrifgestalter Friedrich Karl Sallwey. Die Information‐Schriftfamilie hieß ursprünglich Reform‐Grotesk B und erschien Ende der 1920er / Anfang der 1930er Jahre bei der Gebrüder Klingspor Schriftgießerei Offenbach in 12 Schnitten.

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Freefont Infini

As part of the Graphisme en France 2014 program, the Centre national des arts plastiques (CNAP, National Center of Visual Arts) has commissioned a new typeface to be freely downloadable by the public at large.

Down­load the free Infini typeface by Sand­rine Nugue.
Have a look on the 48‐page spe­ci­men book.

 

Was bewegt Euch beim Schriftkauf?

Font Purchasing Habits Survey 2017 ist eine Umfrage der Foundry Spezialistin Mary Catherine Pflug. Sie möchte herausfinden, was Schriftkäufern bei der Kaufentscheidung wichtig ist. Neben den »harten« Fakten zielen ihre Fragen auf Gefühle bei der Bewertung von Schriften ab, Spezial‐Einführungsangebote oder die persönliche Schriftleidenschaft. Die Umfrage nimmt etwa 15 Minuten Zeit in Anspruch. Als Belohnung winken obige 9 Free‐Fonts!

Die erste Umfrage ent­stand als The­sis wäh­rend ihres Stu­di­ums und wurde letz­tes Jahr ver­öf­fent­licht. Mehr dazu könnt ihr auf Medium lesen.

Spiel, Spaß und Freude mit LiebeGerda

Es gibt Schriften wie Sand am Meer. Aber einige verdienen besondere Aufmerksamkeit. LiebeGerda zum Beispiel. Diese reizende Schrift mit vier Schnitten imitiert eine flüssig geschriebene Handschrift auf perfekte Weise. Dank raffinierter OpenType‐Funktionen lassen sich abwechslungsreiche Textfiguren zaubern. Das macht wirklich Spaß! Mehr dazu in meinem Tutorial bei FontShop.com.

Tuna – eine charakterstarke Antiqua für Screen und Print

Wenn zwei Schriftgestalter mit unterschiedlichen Gestaltungsansätzen an einer Schrift arbeiten, kann man gespannt sein. Felix Braden und Alex Rütten haben das Experiment gewagt und die erfrischende Antiqua Tuna geschaffen, die im Print und auf Bildschirmen gleichermaßen gut lesbar ist. Ich hatte vor der Veröffentlichung Gelegenheit, die Schrift zu testen und Felix und Alex ein paar Fragen zu stellen.

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Pensum Pro – ein wahres Textmonster

Buchypografen aufgepasst: Mit der Pensum Pro bietet TypeMates ein vielseitiges Textmonster für lange Textstrecken an. Auf MyFonts.de stelle ich die Schriftfamilie vor und befragte deren Entwerfer Nils Thomson über ihre Entstehungsgeschichte und besonderen Merkmale.